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  • Orientalische Hochezeit

    Orientalische Hochezeit

    Orientalische Hochzeit: Der Zauber aus 1001 Nacht

    Wenn man das Wort orientalisch hört, weckt das in einem gleich die unterschiedlichsten Assoziationen: lebendige Farben, exotische Früchte, duftende Gewürze, unterschiedliche Leckereien, starker Tee, orientalische Melodien und vieles mehr. 

    Das, was uns am meisten fasziniert und worüber wir in diesem Beitrag sprechen werden, ist die orientalische Hochzeit. Die meisten Menschen pflegen es auch heutzutage, die alten Hochzeitstraditionen und Bräuche zu praktizieren und genau deswegen ist die orientalische Hochzeit so besonders.

    Um eine genaue Vorstellung davon zu bekommen, wie eine orientalische Hochzeit aussieht, werden wir einen groben Vergleich zwischen einer orientalischen und europäischen Hochzeitsfeier machen. 

    Gleich danach fliegen wir gemeinsam durch den ganzen Orient auf dem magischen Teppich und zeigen dir die bekanntesten und beliebtesten Hochzeitsbräuche. 

    Orientalische Hochzeit

     

    Unterschiede zwischen einer europäischen und orientalischen Hochzeit

    In Europa, wie auch im Orient, gibt es von Land zu Land Unterschiede wie auch Ähnlichkeiten. Deswegen machen wir einen groben Vergleich, damit du eine klarere Vorstellung davon bekommst, wie die Menschen im Orient eine Hochzeit feiern. 

    Der erste Unterschied ist die Dauer der Hochzeit. In Europa dauert die Hochzeit nicht länger als einen Tag und in den islamischen Ländern wird meistens sogar bis zu 7 Tage lang gefeiert. 

    Auf einer orientalischen Hochzeitsfeier werden mindestens 500 Hochzeitsgäste eingeladen, in Osteuropa ist dies auch meist der Fall, denn dort werden Hochzeiten auch in größeren Kreisen gefeiert. Im Westen Europas wird jedoch eher im kleinen Kreis gefeiert (maximal bis zu 100 Personen).

    Da wir schon über die Hochzeitsgäste reden, hier noch ein interessanter Unterschied. Auf orientalischen Hochzeiten feiern Frauen und Männer in getrennten Räumen. Es hängt natürlich davon ab, wie streng sich die Familien an ihre Traditionen halten. 

    Bei Familien, die eine etwas modernere Hochzeitsfeier planen, können Frauen und Männer die wichtigsten Festlichkeiten gemeinsam feiern. 

    Das Highlight jeder orientalischen Hochzeitsfeier ist die Braut. Im Laufe der Feier zieht sie sich mindestens dreimal in die verschiedensten Brautkleider um. 

    Die orientalischen Hochzeitsfeiern sind traditionell deutlich ausgiebiger, denn auf diese Art und Weise zeigen die Familien ihren Wohlstand. 

    In Europa ist es üblich, dass das zukünftige Brautpaar die Hochzeitsplanung selber übernimmt und organisiert, ohne dass sich die Familie zu viel einmischt. Das ist ein großer Unterschied zu islamischen Ländern, denn dort wird die ganze Familie gefragt. 

    Die Familie ist ein wesentliches Segment bei der Verlobung des zukünftigen Brautpaares, während der Hochzeitsplanung und Finanzierung, und natürlich auf der Hochzeitsfeier. 

     

    Segmente einer orientalischen Hochzeit

    Obwohl sich die Hochzeitsbräuche von Land zu Land deutlich unterscheiden, hat fast jede orientalische Hochzeit praktisch denselben Rahmen bzw. Programm. Bevor wir zu den einzelnen Hochzeitsbräuchen kommen, werden wir eine grobe Übersicht einer orientalischen Hochzeit geben.

     

    Verlobung

    Der erste und wichtigste Schritt ist die Verlobung. Traditionell geschieht die Verlobung im engsten Familien- und Freundeskreis der zukünftigen Ehefrau und des Ehemannes. 

    Dabei muss der Mann den Brautvater um die Hand seiner Tochter bitten. Heutzutage macht das zukünftige Brautpaar die Verlobung in einer intimeren Atmosphäre und ein paar Tage später versammelt sich die Familie und Freunde, um auch auf traditionelle Art und Weise die Verlobung zu zelebrieren – aus Respekt gegenüber den älteren Mitgliedern der Familie.

    Die Verlobungszeit kann zwischen 6 Monate und bis zu 2 Jahren dauern. In dieser Zeit sparen alle für die große Hochzeitsfeier und alle planen gemeinsam den großen Tag. 

    Nichts wird ohne die Familien der zwei frisch Verlobten gemacht. Besonders bei einer türkischen Verlobungsfeier wird die Familie großgeschrieben.

     

    Besieglung der Ehe

    Nach gewisser Zeit folgt eine sehr wichtige religiöse Zeremonie, auf der die Ehe der zwei zukünftigen Ehepartner besiegelt wird und nach der sie eine beglaubigte Heiratsurkunde bekommen.

    Zu dieser Zeremonie werden nur die wichtigsten Familienmitglieder und engsten Freunde eingeladen. Dabei beten alle gemeinsam für einen Segen der neuen Ehe. 

    Danach unterschreibt das Brautpaar einige Dokumente, die für sie ein von der Regierung zertifizierter Mensch bzw. Adoul vorbereitet hat. 

    Die wichtigste Rolle spielen die Trauzeugen, die dem Adoul bezeugen, dass beide Familien und beide Ehegatten diese Ehe vereinbart haben. 

    Obwohl die meisten Brautpaare bereits gesetzlich geheiratet haben, heißt das noch lange nicht, dass sie gemeinsam leben dürfen. Erst mit dieser traditionellen religiösen Besieglung der Ehe bekommt das Brautpaar eine beglaubigte Heiratsurkunde. 

     

    Hamam-Besuch

    Im Hamam bzw. Dampfbad versammeln sich die weiblichen Familienmitglieder der Braut. 

    Einerseits handelt es sich um Entspannung pur – Baden, Wasserdampf, Massagen, köstlicher Tee und Gespräche unter Mädels.

    Andererseits dient der Hamam-Besuch allgemein für die Reinigung des Körpers und Geistes der Braut. Unterschiedliche Zeremonien werden dabei speziell für die Braut durchgeführt. 

    Nach dem Hamam-Besuch folgt der Henna-Abend.

     

    Henna-Abend 

    Noch ein Abend, der nur für Damen reserviert ist, ist der Henna-Abend. In dieser Nacht werden die Hände und Füße der zukünftigen Braut mit Henna bemalt.

    Diese Zeichnungen dienen nicht nur als Schmuck für die Hochzeitsfeier, sondern haben auch eine ganz besondere Funktion und Bedeutung.

    Jede Zeichnung ist ein Segen für die zukünftige Ehe, außerdem schützen sie die Braut von äußeren Gefahren, bösen Blicken und Geistern. 

    Nach diesem Ritual singen die Damen und tanzen.

    In derselben Nacht feiert auch der Bräutigam irgendwo anders mit seinen Freunden und Familienmitgliedern die bevorstehende Hochzeitsfeier. 

     

    Hochzeitsfeier 

    Last but not least – die Hochzeitsfeier. Alleine die Hochzeitsfeier dauert bis zu 7 Tage lang. Es wird getanzt, gesungen und die Hochzeitsgäste haben die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Leckereien zu genießen. 

    Das Highlight der Hochzeitsfeier ist die Braut. In manchen Ländern zieht sie in einem Abend mehrmals ihr Hochzeitskleid um, dies symbolisiert den Wohlstand der neuen Familie.

    Die Hochzeitsfeier dient auch für alle ledigen Hochzeitsgäste, denn so finden sie ihre bessere Hälfte.

     

    Die Bräuche einer orientalischen Hochzeit

    Andere Länder, andere Sitten!

    Wie versprochen, machen wir jetzt eine Reise durch den ganzen Orient und lernen die beliebtesten Hochzeitsbräuche näher kennen. Zwar unterscheiden sich die Hochzeitsbräuche und Traditionen von Land zu Land, es gibt jedoch viele Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Kulturen. 

    Hochzeitsbräuche, die in allen Ländern des Orients gemein sind, sind z. B. Verlobung, Hennaabend, Mitgift, fröhliche und laute Feiern und Bauchtänzerinnen.

     

    Ägypten

    In Ägypten ist die eigene Hochzeit der wichtigste Tag im Leben des Brautpaares und für diesen Tag sparen die Eltern jahrelang. Viele Bräuche, die in Europa seit vielen Jahrzehnten nicht mehr praktiziert werden, sind in Ägypten immer noch aktuell.

    In der modernen ägyptischen Gesellschaft legt man besonderen Wert auf die Aussteuer. Es handelt sich dabei um Sachen, die die zukünftige Ehefrau in die Ehe mitzubringen hat.

    Das sind z.B. Teppiche, Vorhänge, Küchenschränke, Kühlschrank, Herd, Geschirr, Töpfe, Accessoires fürs Zuhause und vieles mehr. Die Aufgabe des Bräutigams ist, die ganze Wohnung bereitzustellen.

    Am Tag vor der Hochzeit bringen die weiblichen Verwandten der zukünftigen Braut die Aussteuer in die gemeinsame Wohnung des Brautpaares und bereiten alles für das Brautpaar vor. Die Braut darf in die Wohnung erst nach der Hochzeitsfeier kommen.

     

    Afghanistan

    Auf einer afghanischen Hochzeitsfeier darf der Messertanz nicht fehlen. Dabei tanzen eine oder mehrere Verwandten der Braut mit einem Kuchenmesser um den Bräutigam herum.

    Das Ziel ist es, das Kuchenmesser an den Bräutigam zu verkaufen. Das Lustige daran ist, dass der Bräutigam erst mehrmals bezahlen muss, bevor er das Messer tatsächlich bekommen kann. 

    Wenn der Bräutigam endlich das Messer ersteigert hat, geht er gemeinsam mit seiner Braut zum Hochzeitskuchen oder zur Hochzeitstorte und schneiden sie gemeinsam an. 

    Nachdem alle Hochzeitsgäste ein Stück Torte bekommen haben, geht das Brautpaar von Tisch zu Tisch und bedankt sich jeweils bei jedem Hochzeitsgast. Das ist auch das Ende der Hochzeitsfeier. 

     

    Algerien

    Im Nordwesten Algeriens werden für die Hochzeitsfeier besondere Hochzeitsriten und Hochzeitskostüme aufwendig vorbereitet. 

    Es handelt sich dabei um Brautkleider, die mit Gold und Perlen verziert werden. Da diese Kostüme eine mehrfache Symbolik für das zukünftige Ehepaar und die beiden Familien tragen, wird diese Tradition von Generation zu Generation vermittelt. 

    Im Dezember 2012 wurden die Hochzeitskostüme und Hochzeitsriten in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

     

    Iran

    Während einer iranischen Hochzeitsfeier, die ebenfalls bis zu sieben Tage dauern kann, findet eine ganz besondere Zeremonie statt. Diese Zeremonie nennt man Aghd-Zeremonie. 

    Das Brautpaar befindet sich in einem Raum und sitzt auf einem speziellen Tuch, das in Richtung Osten liegt.  Dazu liegen noch unterschiedliche Gegenstände, die jeweils ein Symbol darstellen:

    • Eier oder Nüsse: Fruchtbarkeit

    • Goldmünzen: Reichtum und Erfolg

    • Weihrauch: gegen böse Blicke

    • Honig: Süße im gemeinsamen Leben

    • Ein Fladenbrot (Noon-e Sangak): ein Segen für die gemeinsame Zukunft

    Sie beten gemeinsam und ihre Hochzeitsgäste kommen in den Raum, bringen ihnen die Hochzeitsgeschenke und ihre Segen. 

     

    Israel

    Während der Trauzeremonie steht das Brautpaar unter der sogenannten Chuppa, dies übersetzt man als Dach über dem Kopf. Es handelt sich um ein Traubaldachin, der auf vier Seiten offen steht. 

    Die Chuppa symbolisiert das gemeinsame Zuhause, dass das Ehepaar mit der Eheschließung gründet. Sie ist personalisierbar, das heißt, dass sie nicht unbedingt aus einem speziellen Material bestehen muss oder dass sie religiöse Muster haben soll.

    Auf der Chuppa stehen die Namen der Eheleute, oder Symbole, die von großer Bedeutung für die beiden sind, oder auch ihre Herkunft, Lebensgeschichte usw.

     

    Jemen

    In Jemen nennt man die Hochzeit das Fest der Freude. Man feiert dieses wichtige Ereignis 3 Tage lang und meistens fangen sie mittwochs mit der Feier an.

    Es passiert Vieles in diesen drei Tagen und alles ist mit alten Traditionen Jemens verbunden. Das Highlight kommt am dritten Tag: Der Bräutigam schießt Gewehrschüsse in die Luft und dies steht für den Startschuss der letzten Feier.

    Es wird gesungen, Musik wird laut gespielt und der traditionelle Djambatanz wird aufgeführt. Danach genießen die weiblichen und männlichen Hochzeitsgäste ein orientalisches Festmahl traditionell getrennt. 

     

    Jordanien

    Nach tagelangen traditionellen Vorbereitungen und Feiern kommt der Höhepunkt – die Hochzeit!

    Am großen Tag versammelt sich die ganze Familie und die Freunde des Bräutigams. Sie formieren eine große Kolonne mit Autos und fahren bis zum Familienhaus der Braut, damit sie sie dort abholen können.

    Wenn die Braut aus ihrem Familienhaus kommt, kann man laute Gewehrschüsse hören – die Feierlichkeit kann offiziell beginnen.

    Das zukünftige Brautpaar geht gemeinsam mit dem Brautvater und den Brüdern zur Hochzeitslocation, um laut und fröhlich feiern zu können. Auf dem Weg zur Hochzeitslocation wird in jedem Auto laut Musik gehört und gehupt – dieser Hochzeitsbrauch ist ebenfalls in Osteuropa sehr beliebt.

     

    Kuwait

    Die Hochzeit zweier Menschen symbolisiert die zwei Familien, die zu einer werden. Und das ist das wichtigste Ereignis einer Hochzeit in Kuwait.

    Sie legen sehr viel Wert auf kuwaitische Musik und Tanz, denn somit spiegeln sie das kulturelle Erbe Kuwaits wider. Es gibt unterschiedliche Tänze, die von Männern und Frauen aufgeführt werden.

    So führen Männer zum Beispiel den Ardah-Tanz auf. Es handelt sich um einen Tanz, bei dem die Tänzer Schwerter tragen. Und die Frauen tanzen Khamari, Al-Zifan, Samiri und Fraisah. 

    Auf diese Art und Weise feiern die Menschen dieses glückliche Ereignis mit lauten Trommelrhythmen und eine Menge Tanz. 

     

    Marokko

    Teuer, ausgiebig und beeindruckend – das sind die drei Wörter, die eine marokkanische Hochzeit genau beschreiben. 

    Die Braut ist auf einer orientalischen Hochzeit die wichtigste Person und in Marokko haben die Leute eine ganz besondere Art und Weise, dies auch zu zeigen.

    Die Feier beginnt in den späteren Abendstunden, und zwar mit einem grandiosen Eintritt der Braut in den Hochzeitssaal. 

    Sie wird auf einem runden Tisch oder einem Stuhl durch den ganzen Raum getragen, sodass alle Anwesenden ihre Schönheit bewundern können.

    Die Braut wechselt auch hier mehrere Male ihr Brautkleid. Sie zieht sich sogar bis zu 7 Mal um. 

     

    Palästina

    Am Tag vor der großen Hochzeitsfeier veranstaltet die Familie des Bräutigams ein Hochzeitsessen. Früher war es üblich, dass der Bräutigam am Morgen vor dem Hochzeitsessen ein Schaf schlachtet, das später für die Familie und Freunde vorbereitet wird.

    Heutzutage ist es eher selten, dass der Bräutigam ein Schaf für das Hochzeitsessen schlachtet, allerdings versammeln sich alle Familienmitglieder und Freunde des Bräutigams. Die weiblichen Gäste gehen gemeinsam in die Küche und bereiten unterschiedliche orientalische Köstlichkeiten vor.

    Und auf der Hochzeitsfeier findet man nur Süßigkeiten zum Essen. 😉

     

    Saudi-Arabien

    In Saudi-Arabien haben die Menschen eine ganz spezielle Unterhaltung für ihre Hochzeitsgäste. Außer lauter Musik, viel Tanz und schmackhaftem Essen veranstalten sie ein Kamelrennen.

    So können die Gäste wetten und Spaß haben. Nach dem Rennen werden die Tiere geschlachtet. Angeblich wird das Fleisch nach dem Rennen viel zarter und köstlicher. 

     

    Sudan

    Im Sudan gibt es auch heute noch ein sogenanntes Reinigungsritual oder Al-Laylit al-Hinna. Der Bräutigam macht sich mit seinen Freunden und engen Verwandten auf dem Weg zur Braut. Er führt die Prozession an.

    Ein Mann ist üblicherweise ein Vorsänger und die Frauen, die mitkommen, singen, tanzen und trommeln. Der Vorsänger ist mit einem Gewand bedeckt, seine Augen sind mit Kohle verschmiert und er ist stark parfümiert.

    Zu Hause wartet die Braut auf ihren Bräutigam und ihr Gesicht ist traditionell völlig verhüllt. Der Bräutigam nimmt ein Stück Henna und reibt es in die Hand seiner zukünftigen Ehefrau. 

    Danach folgt eine weitere Reinigung, indem der Bräutigam saure Milch, Reis und Butter – also nur helle Speisen isst. Rein symbolisch steht die Farbe Weiß für etwas Positives und sogar Magisches. 

     

    Türkei

    Am Hennaabend bekommt die zukünftige Braut einen Goldtaler von ihrer Schwiegermutter. Dabei öffnet die Braut ihre Hände und die Bemalung kann anfangen.

    Am Hochzeitstag legt die Braut denselben Goldtaler in ihren Brautschuh und das soll angeblich Wohlstand und Glück in die Ehe bringen. 

    Eine weitere Tradition ist unter den unverheirateten Freundinnen der Braut äußerst beliebt: die Braut schreibt die Namen ihrer Freundinnen auf die Sohlen ihrer Brautschuhe. Diejenigen Namen, die bis zum Ende der Hochzeitsfeier nicht mehr lesbar sind, können mit ihrer eigenen baldigen Hochzeitsfeier rechnen. 

     

    Tunesien

    In Tunesien bereitet sich die zukünftige Braut für den großen Tag sogar einen Monat im Voraus vor. Sie geht nicht mehr aus dem Haus, sodass ihre Haut weiß wie Sahne wird. Auf der Hochzeitsfeier wird ihr Gesicht mit kräftigem Make-up geschminkt. 

    Außerdem zeigt sie somit den Gästen und Familienangehörigen, dass sie eine gute Hausfrau ist. 

    Auf die Hochzeitsfeier kommt traditionell eine alte Frau mit, die die Braut vor bösen Blicken und Einflüssen schützen soll.

     

    Vereinigte Arabische Emirate

    Auf einer arabischen Hochzeit gibt es einen interessanten und beliebten Punkt, man nennt ihn Hochzeitszug oder Zaffa. 

    Gleich nach der Vermählung des Brautpaares bzw. nach ihrem Ja-Wort bilden alle Hochzeitsgäste gemeinsam mit den Tänzern und Musikern den sogenannten Hochzeitszug und tanzen im Kreis. 

    Auf diese Art und Weise kündigen sie das glückliche Brautpaar feierlich an. Danach geht es zur Hochzeitslocation, wo die Hochzeitsgäste eine fröhliche Hochzeitsfeier erwartet.

     

    Eine Hochzeit im orientalischen Stil

    Heutzutage sind Hochzeitsfeiern mit besonderer Thematik äußerst beliebt. Und das Beste daran ist, es ist ganz einfach, solche zu organisieren.

    Wenn du auch von einer marokkanischen Hochzeit träumst oder von den Traditionen aus Syrien inspiriert bist, dann solltest du unbedingt einige Segmente dieser Kulturen in deine Hochzeitsfeier einfügen.

    Wenn man über den fernen Orient nachdenkt, sieht man gleich vor seinen Augen sehr viele Farben. So kannst du auch deine Tischdekoration, Deko, Floristik, deinen Brautstrauß und Papeterie (Hochzeitseinladungen, Hochzeitskarten usw.) in verschiedenen Farben gestalten. 

    Es handelt sich um kräftige Farben wie Türkis, Blau, Gelb, Violett, Rot, Grün und Orange. 

    Als Unterhaltungsprogramm würden sich Bauchtänzerinnen und Trommelrhythmen hervorragend eignen. 

    Auch die Gastgeschenke können im orientalischen Stil sein. Hier ein paar Geschenkideen: unterschiedliche Sorten Tee, eine Tüte voller Datteln, Süßigkeiten, Fläschchen gefüllt mit Gewürzen usw. 

     

    Fazit

    Obwohl sich auch im ganzen Orient die Moderne stark eingemischt hat, halten alte wie auch junge Menschen fest an den Traditionen und Bräuchen fest. 

    Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag den fernen Orient näher zu dir gebracht haben, dass du etwas Neues und Spannendes lernen konntest und vielleicht auch Inspirationen für deine eigene Hochzeitsfeier gefunden hast.

     

    Hannah Krämer, www.hochzeitsglocken.com

  • Strumpfband – Verstecktes Brautaccessoire

    Strumpfband – Verstecktes Brautaccessoire

    Etwas Blaues – Bräuche und Geheimnisse um das Strumpfband

    „Etwas Blaues, etwas Neues, etwas Altes und etwas Geliehenes“ – Der Anblick der Braut in ihren Hochzeitsdessous bleibt das Privileg des Bräutigams, ein Hochzeitsaccessoire für Darunter gilt jedoch beinahe als Oberbekleidung: Das Strumpfband am Bein der Braut. Traditionell aus weißer Spitze mit einer kleinen blauen Schleife – etwas Blaues, und oft in einem etwas Neues  –  wird das kleine Geheimnis unter dem Brautkleid im Laufe der Hochzeit meist früher oder später preis gegeben.

    Strumpfband der Braut
    Spitze

    Ihr habt monatelang nach dem perfekten Brautkleid gesucht und möchtet euch nicht mit einem 08/15-Strumpfband zufrieden geben? Kein Thema, es gibt zahlreiche Varianten aus zarter Spitze, es muss auch nicht immer Weiß sein, hellblaue Spitze vertieft das Thema „etwas Blaues“. Wenn Ihr das Strumpfband den ganzen Hochzeitstag über tragen wollt, dann achtet darauf, dass das Strumpfband gut sitzt und nicht einschnürt. Wie man es von hochwertigen Dessous erwarten kann, sollte die Braut gar nicht merken, dass es da ist. Übrigens: Ob die Braut das Strumpfband rechts oder links trägt, bleibt ihr selbst überlassen.


    Das Strumpfband werfen

    Die Mädels raufen sich um den Brautstrauß –  die Junggesellen unter den Hochzeitsgästen reißen sich um das Strumpfband der Braut. Als Pendant zum Werfen des Brautstraußes etabliert sich das Werfen des Strumpfbandes zum beliebten Hochzeitsbrauch. Die Braut zeigt Bein und der Bräutigam zieht seiner frisch Angetrauten mehr oder weniger neckisch – immer auf die Würde der Braut bedacht – das Strumpfband aus und wirft es in die Menge der Jungs. Wer es fängt, steht als Nächstes vor dem Traualter. Ob mit der glücklichen Fängerin des Brautstraußes, bleibt allerdings abzuwarten.


    Das Strumpfband versteigern

    Warum das Strumpfband einfach werfen, wenn man es auch gewinnbringend versteigern kann? Die Versteigerung übernimmt meistens ein Trauzeuge oder ein enger Freund des Bräutigams. Das Bräutigam ist gut beraten, jemanden zu wählen, der gute Stimmung verbreitet und mit Charme und Schmäh einen feinen Beitrag für die Hochzeitskasse „ersteigert“.


    Das Zweitband

    Und was bleibt für die Hochzeitsnacht, wenn das Strumpfband entweder versteigert oder geworfen wurde? Das gebrauchte Strumpfband wieder anzuziehen, auch wenn es der Meistbietende galanterweise zurückgibt, steht außer Diskussion. Als Geheimnis für die Hochzeitsnacht hat die schlaue Braut ein zweites Strumpfband, das beim frisch machen vor der Hochzeitsnacht rasch über das Bein gestreift wird – es muss nicht zwingend ein Zwilling des bereits bekannten Bandes sein, das macht die Überraschung noch größer. Denkt bei einem blickdichten Kleid etwa an ein sexy burgunderrotes oder ein glamourös goldiges Modell.

    Cupcakes für die Hochzeit in blau
    Blaue Alternativen

    Du möchtest traditionelles Blau auf deiner Hochzeit sehen, aber nicht an deinem Strumpfband? Blaue Stickereien im Saum des Brautkleids, ein blaues Element im Brautstrauß, etwa Disteln bei einer Sommerhochzeit, oder ein blaues Band um den Stiel des Brautstraußes, ein blauer Schmuckstein im Hochzeitsschmuck der Braut oder blaue Cupcakes auf dem Sweet Table – blaue Details lassen sich überall einfügen!

  • Hochzeitstorte im Wandel der Zeit

    Hochzeitstorte im Wandel der Zeit

    Traditionen rund um die Hochzeitstorte

    Rund um die Hochzeitstorte ranken sich viele Mythen, Bräuche und Symbole. Wurde im alten Rom noch ein trockener Mandelkuchen über den Köpfen des Brautpaars zerbröselt, um den beiden Reichtum und Wohlstand ins Leben zu wünschen, krönen heute meist saftige Cupcakes und mehrstöckige Tortenträume das Hochzeitsbuffet.

    HochzeitstortenHoch hinaus – mehrstöckige Hochzeitstorten

    Die Idee, Torte über Torte zu stapeln kommt aus England: Dort brachten ursprünglich die Hochzeitsgäste Kuchen zur Feier mit, die übereinandergestapelt wurden.  Je höher der Turm, desto angesehener war das Brautpaar.  Auch wenn der Tortenturm im 21. Jahrhundert vom Konditor kreiert wird, hält sich der Brauch, dass sich das Brautpaar über die Torte hinweg küssen muss, ohne den Turm zu berühren – oder als Hochzeitshoppala zum Einsturz zu bringen. Der Kuss soll übrigens nicht nur Glück und Wohlstand, sondern auch einen reichen Kindersegen bringen.

    Hochzeits-Highlight: Das Anschneiden der Torte

    Angeschnitten wird die Hochzeitstorte traditionell von Braut und Bräutigam gemeinsam.  Der Partner, der seine Hand über die des anderen legt, übernimmt dem Brauch nach auch während der Ehe die Führung.  Zum Tortenmesser müssen die beiden selbst greifen, denn derjenige der das Messer überreicht, wird von Unglück heimgesucht. Als Beweis , immer füreinander zu sorgen, füttert sich das Brautpaar gegenseitig mit dem ersten Tortenstück – die Reihenfolge, in der die ersten Bissen verzehrt werden, wurde bisher noch nicht mit einem Orakel über den Verlauf der Ehe belegt.  Allerdings kursiert der Aberglaube, dass die oberste Etage nicht am Hochzeitstag gegessen werden darf, da dem Paar sonst Unglück droht. Kann vermieden werden, wenn die Torte erst nach Mitternacht angeschnitten wird.

    Der richtige Zeitpunkt

    Für den Fluss der Feier ist das Anschneiden der Torte zu Mitternacht jedoch oft ungünstig. Der Partystimmung auf der Tanzfläche wird durch die Unterbrechung eher ein Dämpfer versetzt. Und Gäste, die eigentlich gern früher los wollen oder müssen, versäumen das Highlight des Hochzeitsbuffets. Die Torte zum Dessert zu verteilen, stellt darüber hinaus sicher, dass jeder Gast wenigstens ein kleines Stückerl davon verzehrt. Das bringt nämlich Glück. Reicht ihr eure Hochzeitstorte bereits nachmittags zum Kaffee, rechnet damit, dass eure Hochzeitsgäste mehr als die schmale Anstandsschnitte genießen und schlagt beim Bestellen der Torte 50 % der Gästezahl auf.

    Give-Away Extra

    Die oberste Schicht eures Tortentraums könnten die Abergläubischen unter euch am nächsten Tag zum Brunch reichen oder einfrieren und nach der Rückkehr aus dem Honeymoon, am Kennenlerntag oder zum ersten Hochzeitstag verspeisen.  Bittet euren Konditor in diesem Fall, dass er das oberste Törtchen klein, fein und gefrierbeständig gestaltet. Hat euer Tiefkühler keine freien Kapazitäten mehr, haltet kleine Pappschachteln bereit, um euren Hochzeitsgästen als (zusätzliches) Giveaway die übriggebliebenen Stücke der Hochzeitstorte mitzugeben, denn wegwerfen wäre für ein solches Meisterwerk viel zu schade.

    Hochzeitsbrauch für Kaffeeliebhaber

    Manche Brautpaare lassen übrigens zwei Kaffeebohnen in ihre Hochzeitstorte einbacken, eine davon geröstet, die andere nicht. Wer die geröstete Bohne findet, dem wird ein glückliches Eheleben vorhergesagt. Der Finder der der naturbelassenen Bohne ist am besten bereits glücklich verheiratet, denn Singles beschert die grüne Bohne der Überlieferung nach ein ewiges Junggesell(inn)enleben.

  • Trachtenhochzeit

    Trachtenhochzeit

    Heimatverbunden, traditionell, hip – Tracht ist Trend

    Liebt ihr es farbenfroh, festlich und bodenständig? Eine alte Tradition, deren Ursprung in den Adelskreisen des alten Österreich liegt, erlebt ein furioses Revival: Die Hochzeit in festlicher Trachtenkleidung oder modern interpretierter Trachtenmode. Richtig zünftig wird eine Trachtenhochzeit natürlich erst dann, wenn auch ein großer Teil der Gäste in Dirndl und Trachtenanzug feiert. Denkt daher daran, in den Hochzeitseinladungen „Wir feiern in Tracht“ als Dresscode anzugeben.

    Trachtenmode für die Trachtenhochzeit © 3Xmedia

    Dresscode „Tracht“

    Die Trauzeugen und die engsten Verwandten tragen selbstverständlich Tracht. Die übrigen geladenen Gäste erfüllen den Dresscode schon mit einer Trachtenbluse oder einem Trachtenhemd. Nicht jeder Hochzeitsgast möchte sich für ein einzelnes Event eine neue Garderobe zulegen, Tracht zu tragen ist jedoch im urbanen Bereich ebenso wie in ländlichen Gebieten mehr und mehr en vogue. Oktoberfeste erfreuen sich zunehmend an Beliebtheit, sie bieten eine gute Gelegenheit, das Trachtenoutfit immer wieder aus dem Schrank zu holen und zünftig zu feiern.

     

    Zünftige Location

    Mit dem Dresscode „Tracht“, signalisiert ihr euren Hochzeitsgästen, dass eure Feier fröhlich, lustig und locker ablaufen wird. Ideale Locations sind Bergkapellen, Almseen und urige Hütten. Genau so trachtig und bunt könnt ihr jedoch auch in einer Partyscheune, einem Heustadl oder im Weinberg feiern. 
    Location für eine Trachtenhochzeit ©pixabay

    Tracht und Tradition

    Um ein stimmiges Bild zu erreichen, sollte der Stil der Feier zur Trachtenkleidung passen. Dazu zählt außer rustikalem Ambiente, regionalen Speisen und dem Einbinden traditioneller Hochzeitsbräuche auch der eine oder andere „Juchizer“ auf eurer Playlist. Und die Give-Aways? Natürlich auch zünftig: Personalisierte Lebkuchenherzen, Blumensamen in karierten Stoffsackerln oder Cupcakes mit Hirschmotiven.

     

    Brautdirndl und Trachtenanzug

    Wie eine Braut Pretty in Tracht auftritt, erfahrt ihr in unserem Fashionguide fürs Brautdirndl. Was man(n)  zu einer stilechten Trachtenhochzeit trägt, sagt euch unser kleiner Trachtenknigge für den Bräutigam.

  • Hochzeitsmuseum – Hochzeitskultur

    Hochzeitsmuseum – Hochzeitskultur

    Hochzeitskultur.Museum … einzigartig in Österreich

    Hochzeitskultur.Museum



    Historische Schauobjekte (ab 1750), historische Hochzeitsphotographie und Reproduktionen aus Kunst und Brauchtum geben einen Einblick in die unendliche Geschichte  von Hochzeit, Liebe und Frauenwelten.


    Begegnen Sie dem „Schicksal Hochzeit“ für das Leben und entdecken Sie religiöse und soziale Zugänge zum Eheversprechen

    Hochzeitskultur.Museum
    Das gibt es zu sehen:

    • Votivgaben zu Liebe und Hochzeit
    • Hochzeitsphotos, Brautandenken
    • Brautausstattung, Brautschleier
    • Hochzeitszüge, -tafel, -geschenke
    • Ehebett
    • Hochzeitsjubiläen
    • Primizkrone
    • Brauchtum, Sonderformen der Hochzeit
    • drei „Ks“, Eros und Psyche
    • Dokumente, Briefe
    • feine Handarbeiten
    • und noch vieles mehr …

    Hochzeitsmuseum.Kultur
    Hochzeitsmuseum.Kultur
    Agathe Drenth

    8345 Hof 17
    Telefon +43 (0) 699 171 29 624
    E-Mail:  johannisbrunnen@aon.at

     

    ÖFFNUNGSZEITEN :
    Mitte April bis Ende Oktober jeden 1. + 3. Sa/So
    von 14.00 bis 18.00
    Außerhalb dieser Besuchmöglichkeiten gegen telefonischer Voranmeldung

     

    ANFAHRT:
    B66 zwischen Bad Gleichenberg & Bad Radkersburg, abzweigen nach Orts-Tafel HOF,
    dann in den Ortsteil Johannisbrunn

  • Hochzeit in der Renaissance

    Hochzeit in der Renaissance

    Hochzeitsbräuche & Sitten in der Renaissance

    Aus Gesetzen des 15. & 16. Jahrhunderts ist der Brauch der „Brautmaut“ überliefert. Außerhalb des Ortes durften sich die Brautleute fast nirgends trauen lassen. Lockerungen erfolgten erst im 20. Jahrhundert. Es war auch geboten „sich auf der Gassen erbar und zichtig zu erzaigen“.

    Hochzeit in der RenaissanceGeheiratet wurde also im Ort und das Kommen eines Ehepartners (meist der Braut) aus einem anderen Ort, war mit gewissen Hemmnissen verbunden.

    Beim Passieren oder dem bloßen Durchfahren der Braut durch die Gemeinde war eine „Brautmaut“ zu entrichten. Witwen wurden dabei meist mit doppelter Brautmaut belegt.

    An die Brautmaut erinnert heute noch das „Braut aufhalten“ (oder: verspengen), wo der Hochzeitsgesellschaft mit einem Strick der Weg versperrt und erst nach Bezahlung eines entsprechenden Lösegeldes, wieder freigegeben wird.
    Derartige Wegerschwernisse wurden von den Herrschaften nicht nur geduldet sondern sogar gefördert.

    Aus dem niederösterreichischen Löschberg ist aus 1680 überliefert, dass die Braut, welche ohne Erlaubnis den Ort passierte, als Buße „ein schwarzes Kalb mit vier Füßen“ an die Herrschaft zu geben hatte.

    Das „Gwissmachen“

    Hochzeit in der RenaissanceWas man heute als Verlobung bezeichnet, war zu früheren Zeiten als „Gwißmachen“ bekannt.
    Das „Gwißmachen“ erfolgte im wesentlichen zwischen den Eltern des Paares und diente zur Feststellung des gegenseitigen Besitzstandes.


    Dies war wohl hauptsächlich im Höfegebiet notwendig, denn im Dorfgebiet kannte man den Hausstand des anderen sehr gut.

    Beim „Gwißmachen“ wurde die Mitgift und der Hochzeitstermin von den Eltern festgesetzt. Ein Ehevertrag, also eine Niederschrift bei der „Obrigkeit“ war durchaus üblich und diente vor allem zur Absicherung der Altersvorsorge der Eltern (Ausgedinge).

    Kirchlicherseits erfolgte dann das „Aufgebot“ und das dreimalige Verkünden von der Kanzel.
    Dieses „Verkünden“ erfolgt auch heute im ländlichen Bereich noch sehr oft. Die dörfliche Öffentlichkeit erfuhr somit von dem Ehevorhaben und konnte das bevorstehende Fest auch im Sinne des Brauchtums vorbereiten.

    Das „Ba-Auswerfen“

    Adelige und bürgerliche Hochzeiten ab dem 16. Jahrhundert wurden verhältnismäßig gut dokumentiert. So erfährt man dadurch vom sogenannten „Ba-Auswerfen“, dem Verteilen des Kranzgebäcks. Weiters war schon damals hochzeitliches Lärmen (lautes Juchzen und Schreien) üblich, vor allem das festliche Salutschießen war überaus beliebt.

  • Hochzeitsbräuche – das Hochzeitsfest

    Hochzeitsbräuche – das Hochzeitsfest

    Hochzeitsbräuche beim Hochzeitsfest

    Der Kranzltanz

    Das Abnehmen des Brautschleiers wird neben dem „Brautstraußwerfen“ oft als Höhepunkt des Hochzeitsfest angesehen. Die Brautmutter nimmt ihrer Tochter den Schleier ab und führt sie in den Kreis der ledigen Mädchen. Nun wird der Schleier von den Maiden über der Braut als Dach ausgebreitet. Um die Braut wird jetzt ein Reigen getanzt. Nach dem Tanz steckt die Braut den Schleier dem Mädchen auf, das ihrer Meinung nach die nächste Braut sein wird.
    (siehe auch: Der „Kranzltanz“ im 18. Jhdt)

    Brauttanz im Feld

    „Die Hochzeitssuppe salzen“

    Vor dem Hochzeitsmahl geht die Braut in die Küche, um die Suppe zu salzen und bedankt sich beim Küchenpersonal mit einem entsprechenden Trinkgeld für das hervorragende Hochzeitsessen.

    Der Brauttanz

     Unter der Leitung des Hochzeitsladers wird mit dem Brauttanz die Tanzfläche eröffnet. Den ersten Tanz tanzt das Brautpaar zusammen. Dann tanzen die Brautleute jeweils mit den Eltern, Geschwistern und Paten. Am Schluss gibt es ein Tänzchen mit dem Hochzeitslader, der die Braut wieder dem Bräutigam übergibt.

    Die Tänze werden durch die „Zuawi-geher“, „Nachigeher“, „Mosnaschützen“ und „Stücklpasser“ belebt. Dieses „Dreintanzen“ unbefugter Burschen war früher oftmals der Grund für eine ordentliche Rauferei. Erst nach diesem strikten Prozedere gibt der Hochzeitslader die Tanzfläche für die übrigen Gäste frei.

    Brautschuh versteigern

    Eine lustige und für das Brautpaar sehr einträgliche Art der Versteigerung ist es, den Schuh der Braut zum Verkauf anzubieten. Einer der Trauzeugen geht mit einem Hut herum und jeder Bieter legt den Differenzbetrag zum Gebot des Vorbieters in den Hut. Als Allerletzter bietet der Bräutigam. So besitzt seine Braut wieder ein komplettes Paar Schuhe und als Zugabe einen gut gefüllten Hut.

    Die Brautentführung

    Früher war die Brautentführung eine sehr ernste Sache, da es oft vorkam, dass die Braut schon bei der Hochzeitszeremonie entführt wurde. Wenn der Bräutigam auf seine Braut nicht aufpassen konnte, war er es auch nicht wert, sie zu heiraten. Heute dient dieser Brauch lediglich dazu, das Brautpaar für kurze Zeit zu trennen, um irgendwo einzukehren.

    Die Entführer sollten keinesfalls zu lange fortbleiben, da die „Übriggebliebenen“ sich langweilen und dadurch die gute Stimmung verloren gehen könnte. Der Bräutigam sollte übrigens den Brautstrauß besonders gut im Auge behalten, da ihn dieser beim Auslösen der Braut von der Zahlungspflicht entbindet und die Entführer die gemachte Zeche selbst bezahlen müssen.

  • Hochzeitsbrauch – Hochzeitslader

    Hochzeitsbräuche – Der Hochzeitslader

    Bei der ländlichen Hochzeit nimmt der Hochzeitslader neben dem Brautpaar die wichtigste Stellung in der Hochzeitsgesellschaft ein. Er trägt wesentlich dazu bei, alte Bräuche und Überlieferungen zu pflegen, aber auch neue Trends einfließen zu lassen.  Gute kommunikative Fähigkeiten und das Wissen um Hochzeitsbräuche und Hochzeitstraditionen sind Voraussetzung für dieses Ehrenamt. Ein Hochzeitslader ist im übertragenem Sinn der Regisseur einer Hochzeit. Er hat die Aufgabe, den Hochzeitstag bis zur letzten Stunde zu organisieren. Aber auch bei den Hochzeitsvorbereitungen steht er dem Brautpaar mit Rat und Tat zur Seite.

     

    Der Hochzeitslader übernimmt die Regie

    Der Hochzeitslader kann als Vorläufer des Wedding Planners gesehen werden, der heute viele Brautleute bei der Organisation ihrer Hochzeit unterstützt. Er weiß, wen das Brautpaar persönlich einladen muss,  welche Aufgaben die Kranzljungfrauen haben und dergleichen mehr. Er überbringt unter anderem die mündlichen Hochzeitseinladungen und  wählt das richtige Lokal und die Musikgruppe aus.

    Zeremonienmeister und Alleinunterhalter

    Ist der große Tag gekommen, kümmert sich der Hochzeitslader um den Abschied von Braut und Bräutigam von ihrem Elternhaus und begleitet beide auf ihrem Weg zur Trauung. Er stellt den Hochzeitszug zusammen, teilt die Sitzordnung in der Kirche nach bestehendem Brauchtum ein und hilft so allen Anwesenden beim reibungslosen Ablauf der Hochzeit. Ist die Zeremonie dann vorbei und das Gruppenfoto gemacht, stellt er den Hochzeitszug zusammen und die Hochzeitsgesellschaft macht sich auf den Weg zum Lokal. Dort angekommen hilft er allen, den richtigen Sitzplatz zu finden. Ab diesem Zeitpunkt ist der Hochzeitslader nicht mehr zu bremsen. Er singt, tanzt, lässt das Brautpaar hochleben, macht seine Späße und sorgt für gute Laune und den richtigen Rahmen. Nach dem Hochzeitsmahl sammelt der Hochzeitslader für die Musikanten ein Trinkgeld, wobei er meist einen Teller mit einem Notenblatt als Unterlage verwendet.

     

    Stilecht: Hut und Stecken

    Die Kleidung des Hochzeitladers ist der jeweiligen regionalen Tracht angepasst. Bestimmte Zier- und Schmuckgegenstände, vor allem der mit Blumen und Bändern geschmückte „Ladstecken“ sind die Kennzeichen des Hochzeitladers. Dieser wird einerseits mit dem historischen Botenstab  in Verbindung gebracht. Auch praktische Überlegungen sind hier eingeflossen: So konnte der Hochzeitslader bei den „Ladgängen“ mit dem Stab die Hunde fernhalten. Der Stab half auch, breitere Gräben und Hindernisse leichter zu überwinden. Oberstes Gebot: Die beiden aufgekranzten Utensilien des Hochzeitsladers, Hut und „Ladstecken“ dürfen von diesem nie aus den Augen gelassen werden.

    Hochzeitslader in Österreich

    Allein im Salzburger Flachgau gibt es heute mehr als 50 Hochzeitslader, im Pongau über 30 Hochzeitslader und zahlreiche weitere in den anderen Salzburger Gauen. Alljährlich treffen sich alle Salzburger Hochzeitslader auf Initiative der Salzburger Volkskultur zu einem Informations- und Gedankenaustausch. Aber auch in Niederösterreich und Oberösterreich wird der Hochzeitslader noch gerne der Hochzeitsgesellschaft beigezogen.

  • Trauungszeremonie -Hochzeitsbräuche

    Trauungszeremonie -Hochzeitsbräuche

    Hochzeitsbräuche für die Trauungszeremonie

    Streng geheim: Das Hochzeitskleid

    In Österreich hat sich der schöne Brauch erhalten, dass die Braut ihr Hochzeitskleid dem Bräutigam bis zum großen Augenblick der Begegnung vor dem Altar vorenthält. Um so größer ist dann die Neugierde, Freude und Überraschung, wenn die Braut in ihrer umwerfend schöne Robe erscheint. Hartnäckig hält sich auch der Aberglaube, es bringt Unglück, wenn der Brautigam das Brautkleid vor der Trauung sieht.

     

    das blaue Strumpfband der Braut

    Etwas „Altes-Neues-Blaues-Geliehenes“

    Es ist üblich, dass die Braut am Tag ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Blaues und etwas Geliehenes trägt. Die Überlieferung besagt, dass ihr dadurch viel Glück und eine sonnige Zukunft sicher sind.

    Das Streuen von Blumen

    Einer der schönsten Bräuche, den wir aus alten  Überlieferungen kennen, ist das Blumenstreuen. Dem Brautpaar soll durch das Streuen reicher Kindersegen beschert werden und den steinigen und beschwerlichen Weg der Ehe ebnen.

    Das Werfen von Reis

    Ähnlich wie das Blumenstreuen dient das Werfen von Reis der Bitte um Fruchtbarkeit für das Brautpaar. Diese Sitte stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum.

    Das Hochzeitsspalier

    Oft schreiten Brautpaare beim Verlassen der Kirche durch ein Spalier der Gäste und Freunde, die versuchen, das Paar am Durchlaufen zu hindern. Dahinter steckt die gemeinsame Überwindung von Stolpersteinen in der Ehe.

    Den Weg versperren

    Den Weg versperren ist ein in ländlichen Gegenden noch immer üblicher Brauch. Beim Verlassen der Kirche wird dem Brautpaar, meist von Kindern oder Burschen durch Bänder oder Schnüre der Weg versperrt. Sie müssen sich dann mit Geld, Wein oder Süßigkeiten den Weg in die Ehe freikaufen.

    Brautstrauß werfen

    Einer der Höhepunkte, weil von vielen unverheirateten Mädchen herbeigesehnter Moment der Hochzeitsfeier ist das Werfen des Brautstraußes. Die Braut dreht den unverheirateten Mädchen den Rücken zu und wirft den Brautstrauß hoch in die Luft. Diejenige, die ihn fängt, soll die nächste Braut sein.

    Strumpfband werfen

    Anschließend an das Werfen des Brautstraußes folgt ein sehr beliebter Brauch: das Werfen des Strumpfbandes. Diesmal sind es aber die unverheirateten Männer, die versuchen müssen, das von der Braut geworfene Strumpfband zu fangen. Der glückliche Fänger soll der nächste Bräutigam sein.

  • Hochzeit in China

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in China

    Die Hochzeit gilt in China bis heute als das wichtigste Ereignis im Leben zweier Liebender. Gleichzeitig ist die Hochzeitsfeier ein wichtiges Statussymbol. Das dazugehörige Motto: Laut, pompös und teuer! So scheuen die Brautleute und deren Familien keinerlei Kosten und Mühen, um eine vollkommene Hochzeit zu organisieren. Dabei vertrauen sie meist auf die Dienste eines Weddingplanners um einen reibungslosen Ablauf der Festivitäten zu garantieren. Aber auch die Gäste lassen sich nicht lumpen und versüssen dem Brautpaar den Einstieg ins Eheleben mit teuren Geschenken und hohen Geldbeträgen. Die Geldgeschenke werden traditionell in rote Briefumschläge (Hóng Baos) verpackt.

     

    Bridal Fashion

    Traditionell ist in China bei Hochzeiten Rot die alles beherrschende Farbe. Demnach trägt die klassische Braut eine rote Hochzeitsrobe mit einem rotem Brautschleier. Und noch etwas ist bei einer chinesischen Braut anders! Zur Demonstration ihres Wohlstands kauft sie mehrere Hochzeitskleider, die sie den Festgästen abwechselnd vorführt.

    Die Hochzeitsfeier

    In China könnte „Feiern, dass die Frösche tanzen“ die Devise sein. Es handelt sich dabei um Knallfrösche, denn ein großes Feuerwerk ist in China traditionelles, unverzichtbares Beiwerk. Schon am frühen Morgen des Hochzeitstages kündigt laute Knallerei das Kommen des Bräutigams und seiner Freunde an. Doch in das Haus der Brauteltern wird der Bräutigam erst nach Zahlen eines Lösegelds eingelassen.

    Die Hochzeitszeremonie verlangt, dass sich das Brautpaar vor einem Altar, der den Vorfahren gewidmet ist, verbeugt und etwas Geld verbrennt. Diese Zeremonie endet damit, dass das Brautpaar den Gästen Tee, Datteln und Lotussamen reicht und dafür rote Glückspakete mit Geldgeschenken erhält. Nach diesem Ritual macht sich das Brautpaar wieder unter Begleitung des Feuerwerks zum Haus des Bräutigams auf, um hier die Teezeremonie zu wiederholen. Höhepunkt des Tages ist ein Riesenfeuerwerk, für das häufig mehrere Monatsgehälter ausgegeben werden.

    Einer Tradition folgend wird die Braut am Hochzeitstag mit einer Sänfte zum Haus des Bräutigams oder dem Ort der Trauung gebracht. Schon auf dem Weg dorthin macht die Hochzeitsgesellschaft möglichst viel Radau und rüttelt an der Sänfte der Braut, um böse Geister zu vertreiben und dem Brautpaar eine glückliche Ehe zu garantieren. Außerdem werden chinesische Hochzeitspaare meist mit rotem Reis und grünen Bohnen beworfen, da dies die Fruchtbarkeit der Braut stärken soll.

    Die Hochzeitsgesellschaft  soll das Brautpaar auf einer chinesischen Hochzeit möglichst viel necken. So ist es Brauch, dass junge Gäste dem Hochzeitspaar ins Schlafgemach folgen und anzügliche Witze machen, oft verstecken sich auch besonders witzige Verwandte unter dem Bett des Paares.

    Hochzeitsessen

    Ein typisches chinesisches Hochzeitsmahl besteht aus zehn bis zwölf Gängen. Da das Hochzeitsessen als Gelegenheit angesehen wird, den Wohlstand der Familie subtil zu signalisieren, ist Haifischflossensuppe eine der bevorzugten Speisen, die pro Gast etwa 100 Euro kostet.

    Da die aufwändig geplante Hochzeit auch gebührend festgehalten werden soll, legen Hochzeitspaare in China besonderen Wert auf die Hochzeitsfotos. Aus diesem Grund werden nicht nur während und nach der Trauung Fotos gemacht, sondern eigene Hochzeitsshootings abgehalten. Brautpaare werden im Zuge dessen an verschiedenen Orten abgelichtet und wechseln zwischendurch auch des öfteren Make-up und Garderobe, um makellose Hochzeitsfotos zu bekommen. Diese mühsam erarbeiteten Hochzeitsfotos werden oft als Schlüsselanhänger, Tassen oder Poster an Verwandte verschenkt.

    Fazit: Wer also eine klassisch chinesische Hochzeit feiern möchte, darf weder Zeit, Geld noch Mühe sparen und sollte nicht vor gespannt lauschenden Verwandten zurückschrecken.