Kategorie: Hochzeitsmuseum

  • Hochzeit im 18. Jahrhundert – Kranzltanz und Limoniapfel

    Hochzeit im 18. Jahrhundert – Kranzltanz und Limoniapfel

    Hochzeitsbräuche & Sitten im 18. Jahrhundert

    Hochzeit im 18. Jahrhundert
    Aus dem Waldviertel ist aus dem Jahre 1772 überliefert, dass bei der Trauung ein Rosmarienzweig und ein „Limoniapfel“ geopfert wurden. Dies war jedoch vor allem in protestantischen Gebieten üblich.

     

    Die Überlieferungen erzählen auch vom Schenken und Ausstatten. Zum Möbelbrauchtum gehört das Schenken von  Hochzeitskästchen, Truhen, Kästen, Wiegen und Betten, die mit Hochzeitssinnbildern verziert werden.

    Der „Kranzltanz“

    Im 18. Jahrhundert wurde in der Dachsteinregion von der Herrschaft festgelegt, dass die Brautleute beim Kreuz unterhalb des Dachsteins drei Tänze (Frontänze) auszutragen hatten und verpflichtet waren der Herrschaft Kranz und Krapfen (Kranzgebäck) zu verehren. Im Gegenzug dazu sandte die Herrschaft den Hochzeitern eine „Kandl Wein“ und gab drei Salutschüsse ab.

    Strikte Gegenreformation

    Zahlreiche behördliche Regelungen aus der Zeit der Gegenreformation und der Aufklärung haben die Feste in Niederösterreich eingeeengt. So durften vermögende Leute nicht mehr als 44 Personen, ärmere jedoch nur bis zu 20 Personen einladen. Auch war nur eine begrenzte Anzahl von Speisen erlaubt und jede Hochzeit sollte mit drei oder vier Mahlzeiten am dritten Tage abgeschlossen werden.

  • Hochzeit in der Nachkriegszeit

    Hochzeit in der Nachkriegszeit

    Hochzeitsbräuche & Sitten in der Nachkriegszeit

    Es ist schon einige Zeit her, dass die letzten Bomben gefallen sind, die Aufräumarbeiten sind beendet, nur noch selten kehren Ehemänner, Söhne und Verlobte von der Front zurück. Durch die Einbeziehung in den Marshallplan verbessert sich die wirtschaftliche Situation wesentlich. Dennoch war ein luxuriöses Hochzeitsfest 1948 völlig undenkbar, waren die Leute doch froh, wenn sie genug Geld für die lebenswichtigen Dinge hatten. 

    Die wahre Geschichte einer Hochzeit 1948

    Wir schreiben Samstag, den 3. April 1948. Im 21. Wiener Gemeindebezirk bereitet sich eine junge Braut darauf vor, den Bund fürs Leben zu schließen. Am Vormittag finden sich Braut Angela und Bräutigam Fritz im Standesamt Wien-Floridsdorf zur Vermählung ein. Nachmittags geht die Hochzeitsgesellschaft zu Fuß zur Pfarrkirche Jedlesee, wo um 15:00 Uhr die kirchliche Trauung stattfinden soll – einen geschmückten Autokonvoi, wie heute üblich gibt es nicht. In die Kirche sind etwa 100 Gäste geladen.

    Hochzeit in der Nachkriegszeit
    Angela, die Braut, trägt ein Brautkleid, das sie in einem Geschäft im 18. Bezirk geliehen hat. Die Schuhe, die sie an diesem Tag trägt, borgt ihr eine Freundin. Einzig das Unterkleid darf sie behalten, denn den Stoff hat sie von ihrer Firmpatin als Hochzeitspräsent bekommen.

    In der Hand trägt sie am Weg zum Altar einen Brautstrauß aus gelben Plastiktulpen. Für die Trauringe musste Schmuck der verstorbenen Mutter des Bräutigams eingegossen werden.

    Nach der Trauungszeremonie gibt es einen kleinen Hochzeitsempfang für 20 Gäste. Glücklicherweise hat das Paar von einem befreundeten Greißler einen Gugelhupf und einen Striezel geschenkt bekommen, die den Festgästen kredenzt werden. Außerdem bekommt das Brautpaar ein Viertel Kilogramm Bohnenkaffee, im Jahr 1948 ein enorm luxoriöses Produkt.

    ! Fact-Box

    EHESCHLIESSUNGEN – VERGLEICH 1948 und 2012

    Insgesamt wurden im Jahr 1948 in Österreich 71.904 Ehen geschlossen. Im Jahr 2010 hingegen betrug die Zahl der Eheschließungen in Österreich nur mehr 38.592!

  • Hochzeitsmuseum – Hochzeitskultur

    Hochzeitsmuseum – Hochzeitskultur

    Hochzeitskultur.Museum … einzigartig in Österreich

    Hochzeitskultur.Museum



    Historische Schauobjekte (ab 1750), historische Hochzeitsphotographie und Reproduktionen aus Kunst und Brauchtum geben einen Einblick in die unendliche Geschichte  von Hochzeit, Liebe und Frauenwelten.


    Begegnen Sie dem „Schicksal Hochzeit“ für das Leben und entdecken Sie religiöse und soziale Zugänge zum Eheversprechen

    Hochzeitskultur.Museum
    Das gibt es zu sehen:

    • Votivgaben zu Liebe und Hochzeit
    • Hochzeitsphotos, Brautandenken
    • Brautausstattung, Brautschleier
    • Hochzeitszüge, -tafel, -geschenke
    • Ehebett
    • Hochzeitsjubiläen
    • Primizkrone
    • Brauchtum, Sonderformen der Hochzeit
    • drei „Ks“, Eros und Psyche
    • Dokumente, Briefe
    • feine Handarbeiten
    • und noch vieles mehr …

    Hochzeitsmuseum.Kultur
    Hochzeitsmuseum.Kultur
    Agathe Drenth

    8345 Hof 17
    Telefon +43 (0) 699 171 29 624
    E-Mail:  johannisbrunnen@aon.at

     

    ÖFFNUNGSZEITEN :
    Mitte April bis Ende Oktober jeden 1. + 3. Sa/So
    von 14.00 bis 18.00
    Außerhalb dieser Besuchmöglichkeiten gegen telefonischer Voranmeldung

     

    ANFAHRT:
    B66 zwischen Bad Gleichenberg & Bad Radkersburg, abzweigen nach Orts-Tafel HOF,
    dann in den Ortsteil Johannisbrunn

  • Hochzeit im Mittelalter

    Hochzeit im Mittelalter

    Hochzeitsbräuche & Sitten im Mittelalter

    Im Gegensatz zu heute heiratete man im Mittelalter nicht aus Liebe oder gegenseitiger Achtung, sondern aus finanziellen und gesellschaftlichen Gründen. Alter, Gesinnung und Wille der Brautleute spielten kaum eine Rolle, weswegen es innerhalb der mächtigen Adelshäuser Gang und Gebe war, Kinder oder gar Ungeborene zu verloben und möglichst früh zu verheiraten.

    So kam es etwa, dass Maria von Ungarn bereits einjährig mit dem noch ungeborenen Ludwig II. verlobt wurde. Bereits neun Jahre später wurde Hochzeit gefeiert. Doch nicht nur adelige, auch bürgerliche und bäuerliche Kinder mussten sich, ging es um die Wahl ihrer Ehepartner, völlig dem Willen ihrer Eltern beugen. Zukünftige Ehepartner lernten sich oft erst bei der Hochzeit kennen, was mitunter ein böses Ende nahm. Graf Balduin II. von Hennegau floh sogar, um eine Andere zu heiraten, als er seine hässliche Braut zum ersten Mal sah.

    Hochzeit im MittelalterDie Stellung der Ehefrau

    Nach der Trauung befanden sich Frauen meist gänzlich in der Gewalt ihrer Ehemänner, denn diese durften frei über ihre Frauen, Kinder und das gemeinsame Vermögen verfügen. Die Vormachtstellung des Ehemannes wurde oft auch durch einen Fußtritt nach der Trauung besiegelt.

    Starb der Ehemann, so ging sie zurück zu ihrem Vater, Bruder oder einem anderen männlichen Verwandten, der sie erneut am Heiratsmarkt feilbieten konnte. Hauptaufgabe innerhalb der Ehe war es, einen gesunden männlichen Nachfolger zu gebären. Unfruchtbarkeit war eine der häufigsten Scheidungsursachen im Mittelalter.

    Die Brautmode

    In der alten Zeit waren es meist die „besten Stücke“, die die Braut an ihrem Ehrentag anlegte. Brautausstattungen im heutigen Sinn (das weiße Brautkleid und der Schleier) gibt es erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.

    Unterschiedliche Eheformen

    Im Mittelalter unterschied man zwischen drei Formen der Ehe:

    1. der Muntehe,
    2. der Fridelehe und
    3. der Kebsehe
    1. Bei der Muntehe ging es hauptsächlich darum, dass die Vormundschaft über die Frau vom Vater zum Ehemann überging. Die Muntehe war nicht mehr als ein Rechtsgeschäft zweier Familien, bei dem der Vertragsgegenstand die Verheiratung der Frau war, für die auch ein Brautpreis vereinbart wurde.
    2. Der Begriff Friedelehe geht auf den Historiker Herbert Meyer zurück, wobei ihre Existenz äußerst umstritten ist. Anders als bei der Muntehe war der Ehemann nicht Vormund seiner Gattin und die Ehe beruhte auf dem freien Willen des Ehepaares. Außerdem hatte die Frau genau wie ihr Ehemann das Recht, sich scheiden zu lassen. Kinder, die aus einer solchen Ehe hervorgingen unterstanden nur der Verfügungsgewalt der Mutter, nicht aber der des Vaters. Die Friedelehe wurde meist zwischen Paaren geschlossen, die aus unterschiedlichen Ständen kamen.
    3. Die weit weniger romantische, Kebsehe leitet sich von dem mittelalterlichen Wort „Kebse“ her, das so viel wie „Nebenfrau“ bedeutet. Diese Form der Ehe wurde zwischen einen freien Mann (etwa einem Grundherren) und einer leibeigenen Frau geschlossen. Da der Mann frei über seine Leibeigenen verfügen konnte, konnte er jederzeit eine Frau in eine Kebsehe zwingen, wobei auch mehrere Kebsehen nebeneinander bestehen konnten. Kinder die aus einer solchen Verbindung hervorgingen, waren jedoch nicht erbberechtigt.

    Kein Platz für Romantik

    Romantische Liebe wurde als Grund für eine Heirat gänzlich abgelehnt, denn im Mittelalter ging man davon aus, dass diese schnell erlöschen würde. Eheliche Liebe aber sei stark und beständig. Gleich nach dem Hochzeitsmahl wurde vor Zeugen der Geschlechtsakt vollzogen. Auch wenn zu dieser Zeit sogar Geschlechtsverkehr, der zur Zeugung von Nachkommen stattfand, von Seiten der Kirche als leichte Sünde betrachtet wurde. Zwar galt Geschlechtsverkehr, der bloßer Lust entsprang, als schwere Sünde, doch musste die Ehefrau ihrem Ehegatten trotzdem stets zur Verfügung stehen. Diese Verpflichtung ging sogar so weit, dass sie für Ehefrauen sogar dann galt, wenn ihr Ehemann an der Pest erkrankt war. Obwohl von Ehefrauen absolute Treue erwartet wurde, war es üblich, dass Ehemänner es damit nicht allzu genau nahmen. Kaiser Friedrich II. soll seine Hochzeitsnacht etwa nicht mit seiner Ehefrau Jolanthe von Jerusalem, sondern mit ihrer Zofe verbracht haben. Während ein solcher Ehebruch für einen Mann jedoch kaum Folgen hatte, kam es mitunter vor, dass der Liebhaber einer verheirateten Frau zwar lebend, dafür aber mit amputierten Geschlechtsteilen davon kam.  

    Fazit: Heiraten war also im oftmals wirklich dunklen Mittelalter kein traumhaftes Fest der Liebe zweier Menschen wie heute, sondern ein reines Geschäft.

  • Hochzeit in der Renaissance

    Hochzeit in der Renaissance

    Hochzeitsbräuche & Sitten in der Renaissance

    Aus Gesetzen des 15. & 16. Jahrhunderts ist der Brauch der „Brautmaut“ überliefert. Außerhalb des Ortes durften sich die Brautleute fast nirgends trauen lassen. Lockerungen erfolgten erst im 20. Jahrhundert. Es war auch geboten „sich auf der Gassen erbar und zichtig zu erzaigen“.

    Hochzeit in der RenaissanceGeheiratet wurde also im Ort und das Kommen eines Ehepartners (meist der Braut) aus einem anderen Ort, war mit gewissen Hemmnissen verbunden.

    Beim Passieren oder dem bloßen Durchfahren der Braut durch die Gemeinde war eine „Brautmaut“ zu entrichten. Witwen wurden dabei meist mit doppelter Brautmaut belegt.

    An die Brautmaut erinnert heute noch das „Braut aufhalten“ (oder: verspengen), wo der Hochzeitsgesellschaft mit einem Strick der Weg versperrt und erst nach Bezahlung eines entsprechenden Lösegeldes, wieder freigegeben wird.
    Derartige Wegerschwernisse wurden von den Herrschaften nicht nur geduldet sondern sogar gefördert.

    Aus dem niederösterreichischen Löschberg ist aus 1680 überliefert, dass die Braut, welche ohne Erlaubnis den Ort passierte, als Buße „ein schwarzes Kalb mit vier Füßen“ an die Herrschaft zu geben hatte.

    Das „Gwissmachen“

    Hochzeit in der RenaissanceWas man heute als Verlobung bezeichnet, war zu früheren Zeiten als „Gwißmachen“ bekannt.
    Das „Gwißmachen“ erfolgte im wesentlichen zwischen den Eltern des Paares und diente zur Feststellung des gegenseitigen Besitzstandes.


    Dies war wohl hauptsächlich im Höfegebiet notwendig, denn im Dorfgebiet kannte man den Hausstand des anderen sehr gut.

    Beim „Gwißmachen“ wurde die Mitgift und der Hochzeitstermin von den Eltern festgesetzt. Ein Ehevertrag, also eine Niederschrift bei der „Obrigkeit“ war durchaus üblich und diente vor allem zur Absicherung der Altersvorsorge der Eltern (Ausgedinge).

    Kirchlicherseits erfolgte dann das „Aufgebot“ und das dreimalige Verkünden von der Kanzel.
    Dieses „Verkünden“ erfolgt auch heute im ländlichen Bereich noch sehr oft. Die dörfliche Öffentlichkeit erfuhr somit von dem Ehevorhaben und konnte das bevorstehende Fest auch im Sinne des Brauchtums vorbereiten.

    Das „Ba-Auswerfen“

    Adelige und bürgerliche Hochzeiten ab dem 16. Jahrhundert wurden verhältnismäßig gut dokumentiert. So erfährt man dadurch vom sogenannten „Ba-Auswerfen“, dem Verteilen des Kranzgebäcks. Weiters war schon damals hochzeitliches Lärmen (lautes Juchzen und Schreien) üblich, vor allem das festliche Salutschießen war überaus beliebt.