Kategorie: Hochzeit International

  • Orientalische Hochezeit

    Orientalische Hochezeit

    Orientalische Hochzeit: Der Zauber aus 1001 Nacht

    Wenn man das Wort orientalisch hört, weckt das in einem gleich die unterschiedlichsten Assoziationen: lebendige Farben, exotische Früchte, duftende Gewürze, unterschiedliche Leckereien, starker Tee, orientalische Melodien und vieles mehr. 

    Das, was uns am meisten fasziniert und worüber wir in diesem Beitrag sprechen werden, ist die orientalische Hochzeit. Die meisten Menschen pflegen es auch heutzutage, die alten Hochzeitstraditionen und Bräuche zu praktizieren und genau deswegen ist die orientalische Hochzeit so besonders.

    Um eine genaue Vorstellung davon zu bekommen, wie eine orientalische Hochzeit aussieht, werden wir einen groben Vergleich zwischen einer orientalischen und europäischen Hochzeitsfeier machen. 

    Gleich danach fliegen wir gemeinsam durch den ganzen Orient auf dem magischen Teppich und zeigen dir die bekanntesten und beliebtesten Hochzeitsbräuche. 

    Orientalische Hochzeit

     

    Unterschiede zwischen einer europäischen und orientalischen Hochzeit

    In Europa, wie auch im Orient, gibt es von Land zu Land Unterschiede wie auch Ähnlichkeiten. Deswegen machen wir einen groben Vergleich, damit du eine klarere Vorstellung davon bekommst, wie die Menschen im Orient eine Hochzeit feiern. 

    Der erste Unterschied ist die Dauer der Hochzeit. In Europa dauert die Hochzeit nicht länger als einen Tag und in den islamischen Ländern wird meistens sogar bis zu 7 Tage lang gefeiert. 

    Auf einer orientalischen Hochzeitsfeier werden mindestens 500 Hochzeitsgäste eingeladen, in Osteuropa ist dies auch meist der Fall, denn dort werden Hochzeiten auch in größeren Kreisen gefeiert. Im Westen Europas wird jedoch eher im kleinen Kreis gefeiert (maximal bis zu 100 Personen).

    Da wir schon über die Hochzeitsgäste reden, hier noch ein interessanter Unterschied. Auf orientalischen Hochzeiten feiern Frauen und Männer in getrennten Räumen. Es hängt natürlich davon ab, wie streng sich die Familien an ihre Traditionen halten. 

    Bei Familien, die eine etwas modernere Hochzeitsfeier planen, können Frauen und Männer die wichtigsten Festlichkeiten gemeinsam feiern. 

    Das Highlight jeder orientalischen Hochzeitsfeier ist die Braut. Im Laufe der Feier zieht sie sich mindestens dreimal in die verschiedensten Brautkleider um. 

    Die orientalischen Hochzeitsfeiern sind traditionell deutlich ausgiebiger, denn auf diese Art und Weise zeigen die Familien ihren Wohlstand. 

    In Europa ist es üblich, dass das zukünftige Brautpaar die Hochzeitsplanung selber übernimmt und organisiert, ohne dass sich die Familie zu viel einmischt. Das ist ein großer Unterschied zu islamischen Ländern, denn dort wird die ganze Familie gefragt. 

    Die Familie ist ein wesentliches Segment bei der Verlobung des zukünftigen Brautpaares, während der Hochzeitsplanung und Finanzierung, und natürlich auf der Hochzeitsfeier. 

     

    Segmente einer orientalischen Hochzeit

    Obwohl sich die Hochzeitsbräuche von Land zu Land deutlich unterscheiden, hat fast jede orientalische Hochzeit praktisch denselben Rahmen bzw. Programm. Bevor wir zu den einzelnen Hochzeitsbräuchen kommen, werden wir eine grobe Übersicht einer orientalischen Hochzeit geben.

     

    Verlobung

    Der erste und wichtigste Schritt ist die Verlobung. Traditionell geschieht die Verlobung im engsten Familien- und Freundeskreis der zukünftigen Ehefrau und des Ehemannes. 

    Dabei muss der Mann den Brautvater um die Hand seiner Tochter bitten. Heutzutage macht das zukünftige Brautpaar die Verlobung in einer intimeren Atmosphäre und ein paar Tage später versammelt sich die Familie und Freunde, um auch auf traditionelle Art und Weise die Verlobung zu zelebrieren – aus Respekt gegenüber den älteren Mitgliedern der Familie.

    Die Verlobungszeit kann zwischen 6 Monate und bis zu 2 Jahren dauern. In dieser Zeit sparen alle für die große Hochzeitsfeier und alle planen gemeinsam den großen Tag. 

    Nichts wird ohne die Familien der zwei frisch Verlobten gemacht. Besonders bei einer türkischen Verlobungsfeier wird die Familie großgeschrieben.

     

    Besieglung der Ehe

    Nach gewisser Zeit folgt eine sehr wichtige religiöse Zeremonie, auf der die Ehe der zwei zukünftigen Ehepartner besiegelt wird und nach der sie eine beglaubigte Heiratsurkunde bekommen.

    Zu dieser Zeremonie werden nur die wichtigsten Familienmitglieder und engsten Freunde eingeladen. Dabei beten alle gemeinsam für einen Segen der neuen Ehe. 

    Danach unterschreibt das Brautpaar einige Dokumente, die für sie ein von der Regierung zertifizierter Mensch bzw. Adoul vorbereitet hat. 

    Die wichtigste Rolle spielen die Trauzeugen, die dem Adoul bezeugen, dass beide Familien und beide Ehegatten diese Ehe vereinbart haben. 

    Obwohl die meisten Brautpaare bereits gesetzlich geheiratet haben, heißt das noch lange nicht, dass sie gemeinsam leben dürfen. Erst mit dieser traditionellen religiösen Besieglung der Ehe bekommt das Brautpaar eine beglaubigte Heiratsurkunde. 

     

    Hamam-Besuch

    Im Hamam bzw. Dampfbad versammeln sich die weiblichen Familienmitglieder der Braut. 

    Einerseits handelt es sich um Entspannung pur – Baden, Wasserdampf, Massagen, köstlicher Tee und Gespräche unter Mädels.

    Andererseits dient der Hamam-Besuch allgemein für die Reinigung des Körpers und Geistes der Braut. Unterschiedliche Zeremonien werden dabei speziell für die Braut durchgeführt. 

    Nach dem Hamam-Besuch folgt der Henna-Abend.

     

    Henna-Abend 

    Noch ein Abend, der nur für Damen reserviert ist, ist der Henna-Abend. In dieser Nacht werden die Hände und Füße der zukünftigen Braut mit Henna bemalt.

    Diese Zeichnungen dienen nicht nur als Schmuck für die Hochzeitsfeier, sondern haben auch eine ganz besondere Funktion und Bedeutung.

    Jede Zeichnung ist ein Segen für die zukünftige Ehe, außerdem schützen sie die Braut von äußeren Gefahren, bösen Blicken und Geistern. 

    Nach diesem Ritual singen die Damen und tanzen.

    In derselben Nacht feiert auch der Bräutigam irgendwo anders mit seinen Freunden und Familienmitgliedern die bevorstehende Hochzeitsfeier. 

     

    Hochzeitsfeier 

    Last but not least – die Hochzeitsfeier. Alleine die Hochzeitsfeier dauert bis zu 7 Tage lang. Es wird getanzt, gesungen und die Hochzeitsgäste haben die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Leckereien zu genießen. 

    Das Highlight der Hochzeitsfeier ist die Braut. In manchen Ländern zieht sie in einem Abend mehrmals ihr Hochzeitskleid um, dies symbolisiert den Wohlstand der neuen Familie.

    Die Hochzeitsfeier dient auch für alle ledigen Hochzeitsgäste, denn so finden sie ihre bessere Hälfte.

     

    Die Bräuche einer orientalischen Hochzeit

    Andere Länder, andere Sitten!

    Wie versprochen, machen wir jetzt eine Reise durch den ganzen Orient und lernen die beliebtesten Hochzeitsbräuche näher kennen. Zwar unterscheiden sich die Hochzeitsbräuche und Traditionen von Land zu Land, es gibt jedoch viele Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Kulturen. 

    Hochzeitsbräuche, die in allen Ländern des Orients gemein sind, sind z. B. Verlobung, Hennaabend, Mitgift, fröhliche und laute Feiern und Bauchtänzerinnen.

     

    Ägypten

    In Ägypten ist die eigene Hochzeit der wichtigste Tag im Leben des Brautpaares und für diesen Tag sparen die Eltern jahrelang. Viele Bräuche, die in Europa seit vielen Jahrzehnten nicht mehr praktiziert werden, sind in Ägypten immer noch aktuell.

    In der modernen ägyptischen Gesellschaft legt man besonderen Wert auf die Aussteuer. Es handelt sich dabei um Sachen, die die zukünftige Ehefrau in die Ehe mitzubringen hat.

    Das sind z.B. Teppiche, Vorhänge, Küchenschränke, Kühlschrank, Herd, Geschirr, Töpfe, Accessoires fürs Zuhause und vieles mehr. Die Aufgabe des Bräutigams ist, die ganze Wohnung bereitzustellen.

    Am Tag vor der Hochzeit bringen die weiblichen Verwandten der zukünftigen Braut die Aussteuer in die gemeinsame Wohnung des Brautpaares und bereiten alles für das Brautpaar vor. Die Braut darf in die Wohnung erst nach der Hochzeitsfeier kommen.

     

    Afghanistan

    Auf einer afghanischen Hochzeitsfeier darf der Messertanz nicht fehlen. Dabei tanzen eine oder mehrere Verwandten der Braut mit einem Kuchenmesser um den Bräutigam herum.

    Das Ziel ist es, das Kuchenmesser an den Bräutigam zu verkaufen. Das Lustige daran ist, dass der Bräutigam erst mehrmals bezahlen muss, bevor er das Messer tatsächlich bekommen kann. 

    Wenn der Bräutigam endlich das Messer ersteigert hat, geht er gemeinsam mit seiner Braut zum Hochzeitskuchen oder zur Hochzeitstorte und schneiden sie gemeinsam an. 

    Nachdem alle Hochzeitsgäste ein Stück Torte bekommen haben, geht das Brautpaar von Tisch zu Tisch und bedankt sich jeweils bei jedem Hochzeitsgast. Das ist auch das Ende der Hochzeitsfeier. 

     

    Algerien

    Im Nordwesten Algeriens werden für die Hochzeitsfeier besondere Hochzeitsriten und Hochzeitskostüme aufwendig vorbereitet. 

    Es handelt sich dabei um Brautkleider, die mit Gold und Perlen verziert werden. Da diese Kostüme eine mehrfache Symbolik für das zukünftige Ehepaar und die beiden Familien tragen, wird diese Tradition von Generation zu Generation vermittelt. 

    Im Dezember 2012 wurden die Hochzeitskostüme und Hochzeitsriten in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

     

    Iran

    Während einer iranischen Hochzeitsfeier, die ebenfalls bis zu sieben Tage dauern kann, findet eine ganz besondere Zeremonie statt. Diese Zeremonie nennt man Aghd-Zeremonie. 

    Das Brautpaar befindet sich in einem Raum und sitzt auf einem speziellen Tuch, das in Richtung Osten liegt.  Dazu liegen noch unterschiedliche Gegenstände, die jeweils ein Symbol darstellen:

    • Eier oder Nüsse: Fruchtbarkeit

    • Goldmünzen: Reichtum und Erfolg

    • Weihrauch: gegen böse Blicke

    • Honig: Süße im gemeinsamen Leben

    • Ein Fladenbrot (Noon-e Sangak): ein Segen für die gemeinsame Zukunft

    Sie beten gemeinsam und ihre Hochzeitsgäste kommen in den Raum, bringen ihnen die Hochzeitsgeschenke und ihre Segen. 

     

    Israel

    Während der Trauzeremonie steht das Brautpaar unter der sogenannten Chuppa, dies übersetzt man als Dach über dem Kopf. Es handelt sich um ein Traubaldachin, der auf vier Seiten offen steht. 

    Die Chuppa symbolisiert das gemeinsame Zuhause, dass das Ehepaar mit der Eheschließung gründet. Sie ist personalisierbar, das heißt, dass sie nicht unbedingt aus einem speziellen Material bestehen muss oder dass sie religiöse Muster haben soll.

    Auf der Chuppa stehen die Namen der Eheleute, oder Symbole, die von großer Bedeutung für die beiden sind, oder auch ihre Herkunft, Lebensgeschichte usw.

     

    Jemen

    In Jemen nennt man die Hochzeit das Fest der Freude. Man feiert dieses wichtige Ereignis 3 Tage lang und meistens fangen sie mittwochs mit der Feier an.

    Es passiert Vieles in diesen drei Tagen und alles ist mit alten Traditionen Jemens verbunden. Das Highlight kommt am dritten Tag: Der Bräutigam schießt Gewehrschüsse in die Luft und dies steht für den Startschuss der letzten Feier.

    Es wird gesungen, Musik wird laut gespielt und der traditionelle Djambatanz wird aufgeführt. Danach genießen die weiblichen und männlichen Hochzeitsgäste ein orientalisches Festmahl traditionell getrennt. 

     

    Jordanien

    Nach tagelangen traditionellen Vorbereitungen und Feiern kommt der Höhepunkt – die Hochzeit!

    Am großen Tag versammelt sich die ganze Familie und die Freunde des Bräutigams. Sie formieren eine große Kolonne mit Autos und fahren bis zum Familienhaus der Braut, damit sie sie dort abholen können.

    Wenn die Braut aus ihrem Familienhaus kommt, kann man laute Gewehrschüsse hören – die Feierlichkeit kann offiziell beginnen.

    Das zukünftige Brautpaar geht gemeinsam mit dem Brautvater und den Brüdern zur Hochzeitslocation, um laut und fröhlich feiern zu können. Auf dem Weg zur Hochzeitslocation wird in jedem Auto laut Musik gehört und gehupt – dieser Hochzeitsbrauch ist ebenfalls in Osteuropa sehr beliebt.

     

    Kuwait

    Die Hochzeit zweier Menschen symbolisiert die zwei Familien, die zu einer werden. Und das ist das wichtigste Ereignis einer Hochzeit in Kuwait.

    Sie legen sehr viel Wert auf kuwaitische Musik und Tanz, denn somit spiegeln sie das kulturelle Erbe Kuwaits wider. Es gibt unterschiedliche Tänze, die von Männern und Frauen aufgeführt werden.

    So führen Männer zum Beispiel den Ardah-Tanz auf. Es handelt sich um einen Tanz, bei dem die Tänzer Schwerter tragen. Und die Frauen tanzen Khamari, Al-Zifan, Samiri und Fraisah. 

    Auf diese Art und Weise feiern die Menschen dieses glückliche Ereignis mit lauten Trommelrhythmen und eine Menge Tanz. 

     

    Marokko

    Teuer, ausgiebig und beeindruckend – das sind die drei Wörter, die eine marokkanische Hochzeit genau beschreiben. 

    Die Braut ist auf einer orientalischen Hochzeit die wichtigste Person und in Marokko haben die Leute eine ganz besondere Art und Weise, dies auch zu zeigen.

    Die Feier beginnt in den späteren Abendstunden, und zwar mit einem grandiosen Eintritt der Braut in den Hochzeitssaal. 

    Sie wird auf einem runden Tisch oder einem Stuhl durch den ganzen Raum getragen, sodass alle Anwesenden ihre Schönheit bewundern können.

    Die Braut wechselt auch hier mehrere Male ihr Brautkleid. Sie zieht sich sogar bis zu 7 Mal um. 

     

    Palästina

    Am Tag vor der großen Hochzeitsfeier veranstaltet die Familie des Bräutigams ein Hochzeitsessen. Früher war es üblich, dass der Bräutigam am Morgen vor dem Hochzeitsessen ein Schaf schlachtet, das später für die Familie und Freunde vorbereitet wird.

    Heutzutage ist es eher selten, dass der Bräutigam ein Schaf für das Hochzeitsessen schlachtet, allerdings versammeln sich alle Familienmitglieder und Freunde des Bräutigams. Die weiblichen Gäste gehen gemeinsam in die Küche und bereiten unterschiedliche orientalische Köstlichkeiten vor.

    Und auf der Hochzeitsfeier findet man nur Süßigkeiten zum Essen. 😉

     

    Saudi-Arabien

    In Saudi-Arabien haben die Menschen eine ganz spezielle Unterhaltung für ihre Hochzeitsgäste. Außer lauter Musik, viel Tanz und schmackhaftem Essen veranstalten sie ein Kamelrennen.

    So können die Gäste wetten und Spaß haben. Nach dem Rennen werden die Tiere geschlachtet. Angeblich wird das Fleisch nach dem Rennen viel zarter und köstlicher. 

     

    Sudan

    Im Sudan gibt es auch heute noch ein sogenanntes Reinigungsritual oder Al-Laylit al-Hinna. Der Bräutigam macht sich mit seinen Freunden und engen Verwandten auf dem Weg zur Braut. Er führt die Prozession an.

    Ein Mann ist üblicherweise ein Vorsänger und die Frauen, die mitkommen, singen, tanzen und trommeln. Der Vorsänger ist mit einem Gewand bedeckt, seine Augen sind mit Kohle verschmiert und er ist stark parfümiert.

    Zu Hause wartet die Braut auf ihren Bräutigam und ihr Gesicht ist traditionell völlig verhüllt. Der Bräutigam nimmt ein Stück Henna und reibt es in die Hand seiner zukünftigen Ehefrau. 

    Danach folgt eine weitere Reinigung, indem der Bräutigam saure Milch, Reis und Butter – also nur helle Speisen isst. Rein symbolisch steht die Farbe Weiß für etwas Positives und sogar Magisches. 

     

    Türkei

    Am Hennaabend bekommt die zukünftige Braut einen Goldtaler von ihrer Schwiegermutter. Dabei öffnet die Braut ihre Hände und die Bemalung kann anfangen.

    Am Hochzeitstag legt die Braut denselben Goldtaler in ihren Brautschuh und das soll angeblich Wohlstand und Glück in die Ehe bringen. 

    Eine weitere Tradition ist unter den unverheirateten Freundinnen der Braut äußerst beliebt: die Braut schreibt die Namen ihrer Freundinnen auf die Sohlen ihrer Brautschuhe. Diejenigen Namen, die bis zum Ende der Hochzeitsfeier nicht mehr lesbar sind, können mit ihrer eigenen baldigen Hochzeitsfeier rechnen. 

     

    Tunesien

    In Tunesien bereitet sich die zukünftige Braut für den großen Tag sogar einen Monat im Voraus vor. Sie geht nicht mehr aus dem Haus, sodass ihre Haut weiß wie Sahne wird. Auf der Hochzeitsfeier wird ihr Gesicht mit kräftigem Make-up geschminkt. 

    Außerdem zeigt sie somit den Gästen und Familienangehörigen, dass sie eine gute Hausfrau ist. 

    Auf die Hochzeitsfeier kommt traditionell eine alte Frau mit, die die Braut vor bösen Blicken und Einflüssen schützen soll.

     

    Vereinigte Arabische Emirate

    Auf einer arabischen Hochzeit gibt es einen interessanten und beliebten Punkt, man nennt ihn Hochzeitszug oder Zaffa. 

    Gleich nach der Vermählung des Brautpaares bzw. nach ihrem Ja-Wort bilden alle Hochzeitsgäste gemeinsam mit den Tänzern und Musikern den sogenannten Hochzeitszug und tanzen im Kreis. 

    Auf diese Art und Weise kündigen sie das glückliche Brautpaar feierlich an. Danach geht es zur Hochzeitslocation, wo die Hochzeitsgäste eine fröhliche Hochzeitsfeier erwartet.

     

    Eine Hochzeit im orientalischen Stil

    Heutzutage sind Hochzeitsfeiern mit besonderer Thematik äußerst beliebt. Und das Beste daran ist, es ist ganz einfach, solche zu organisieren.

    Wenn du auch von einer marokkanischen Hochzeit träumst oder von den Traditionen aus Syrien inspiriert bist, dann solltest du unbedingt einige Segmente dieser Kulturen in deine Hochzeitsfeier einfügen.

    Wenn man über den fernen Orient nachdenkt, sieht man gleich vor seinen Augen sehr viele Farben. So kannst du auch deine Tischdekoration, Deko, Floristik, deinen Brautstrauß und Papeterie (Hochzeitseinladungen, Hochzeitskarten usw.) in verschiedenen Farben gestalten. 

    Es handelt sich um kräftige Farben wie Türkis, Blau, Gelb, Violett, Rot, Grün und Orange. 

    Als Unterhaltungsprogramm würden sich Bauchtänzerinnen und Trommelrhythmen hervorragend eignen. 

    Auch die Gastgeschenke können im orientalischen Stil sein. Hier ein paar Geschenkideen: unterschiedliche Sorten Tee, eine Tüte voller Datteln, Süßigkeiten, Fläschchen gefüllt mit Gewürzen usw. 

     

    Fazit

    Obwohl sich auch im ganzen Orient die Moderne stark eingemischt hat, halten alte wie auch junge Menschen fest an den Traditionen und Bräuchen fest. 

    Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag den fernen Orient näher zu dir gebracht haben, dass du etwas Neues und Spannendes lernen konntest und vielleicht auch Inspirationen für deine eigene Hochzeitsfeier gefunden hast.

     

    Hannah Krämer, www.hochzeitsglocken.com

  • Internationale Hochzeitsmagazine

    Internationale Hochzeitsmagazine

    Die meisten angehenden Bräute malen sich ihre Traumhochzeit aus, seit der Zeit, als sie kleine Mädchen waren. Brautmodemagazine spielen eine große Rolle dabei, diesen Traum auszuschmücken, weiterzuentwickeln und Wirklichkeit werden zu lassen. Das erste Hochzeitsmagazin ist in den frühen 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erschienen, seither hat sich im Bereich der Brautmagazine jede Menge getan. Hier bieten wir euch einen Überblick über international erfolgreiche Hochzeitsmagazine.

  • Hochzeit in Mexiko

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Mexiko

    In Mexiko haben Familie und Religion bis heute einen sehr hohen Stellenwert. Zur Kernfamilie zählen in Mexiko auch Cousins und Cousinen, Nichten, Neffen, Onkel, Tanten und selbstverständlich die Großeltern. Eine mexikanische Hochzeit ist deshalb immer ein großes, fröhliches Fest und der wohl wichtigste Tag im Leben von Braut und Bräutigam.

    Wedding-Fashion

    Bei der Wahl des Hochzeitskleides hat eine mexikanische Braut vollkommen freie Wahl: Sie kann je nach Belieben ein Kleid mit oder ohne Schleier, ein eng anliegendes oder weit ausgestelltes Brautkleid tragen. Auch sind in Mexiko Kleider im Flamenco-Stil mit Rüschen am Saum, kombiniert mit Bolero-Jacke sehr beliebt. Doch der absolute Top-Favorit bei mexikanischen Bräuten ist das klassische weiße Brautkleid. Nicht selten sieht man eine Braut, die statt einem Brautstrauß einen Fächer in der Hand hält.

    Der Bräutigam hat die Wahl zwischen einem klassischen Anzug oder einem Anzug im Matador-Stil, mit enger Hose und einem Bolero. Und natürlich dürfen in Mexiko die Blumenkinder nicht fehlen, die wie Miniaturausgaben von Braut und Bräutigam gekleidet sind.

     

    Die Hochzeitsfeier

    Bevor die Braut am Hochzeitstag ihr Elternhaus Richtung Kirche verlässt, spricht sie gemeinsam mit ihren Eltern ein Gebet. Essentiell bei einer mexikanischen Hochzeit sind außerdem Tanz und Musik. Nach dem Hochzeitsessen eröffnet das Brautpaar zu seinem Lieblingslied die Tanzfläche, woraufhin auch alle anderen Gäste auf die Tanzfläche stürmen, und diese oft bis zum Morgengrauen nicht mehr verlassen.

    Die Bedeutung der Madrinas

    Zu einer traditionellen mexikanischen Hochzeit sind stets viele Gäste geladen, wobei einige nahe Verwandte und enge Freunde als sogenannte „Madrinas und Padrinos“ bestimmte Aufgaben bei der Trauung übernehmen.

    Während die „madrina de ramo“ Blumen für die Jungfrau Maria trägt, trägt die „madrina de laso“ ein aufwändig verziertes Seil, welches um Braut und Bräutigam drapiert wird, während sie ihr Gelübde sprechen. Eine besonders wichtige Madrina ist die „madrina de velacion“, diese ist meist die beste Freundin der Braut und soll ihr in ihrem Eheleben als Ansprechpartnerin zur Seite stehen.

    Ebenfalls eine sehr bedeutende Rolle hat die „madrina de arras“ inne, die während der Zeremonie 13 goldene Münzen in einer Geschenkbox trägt. Diese sollen Christus und seine 12 Apostel darstellen und werden im Laufe der Zeremonie vom Priester geweiht. Anschließend werden die Münzen der Braut übergeben, die sie in die offenen Hände ihres Zukünftigen schüttet, um sie dann wieder in die Obhut der zuständigen Madrina zu geben. Gegen Ende der Zeremonie werden die 13 Münzen  dem Priester übergeben, der sie wieder in die Geschenkbox zurücklegt und sie daraufhin dem Bräutigam reicht. Dieser wiederum legt die Münzen in die Hände seiner Braut und platziert die Geschenkbox darauf. Diese Geste soll symbolisieren, dass er von nun an all seine weltlichen Besitztümer mit seiner Ehefrau teilt.

    Unverzichtbar: Eine Pinata

    Bei den an die Trauung anschließenden Hochzeitsfeierlichkeiten darf auf keinen Fall die traditionelle Piñata fehlen. Die Piñata ist eine aus Pappmache bestehende bunte Figur, die mit Süßigkeiten oder anderen Überraschungen gefüllt ist. Bei Hochzeitsfeiern wird die Piñata oft auch mit Gutscheinen, Münzen und Papiergeld gefüllt.
     
    Sie wird mit einem Seil an der Decke befestigt, während der Spielleiter am Ende des Seiles anzieht, damit die Piñata einmal hoch und einmal tief hängt.

    Anders als bei gewöhnlichen Feiern bei denen alle Gäste mit verbunden Augen mit einem Stock zuschlagen, um die Piñata zu treffen, nimmt bei einer Hochzeit nur das Brautpaar an dem Spiel teil. Treffen sie die Piñata, dürfen sie die herausfallenden Überraschungen behalten. Durch das Einschlagen auf die Hochzeits-Piñata soll das Brautpaar alle bösen Geister vertreiben. Die Füllung der Piñata, die sich über dem Paar verteilt symbolisiert  Wohlstand und Liebe.

  • Hochzeit in Brasilien

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Brasilien

    Festliches Outfit

    Hochzeiten finden in Brasilien meist Freitag oder Samstag am späten Nachmittag statt. Da der Bräutigam seine Braut vor der Trauung nicht sehen darf, ziehen sich die Brautleute in unterschiedlichen Häusern für die Trauung an. Die Braut trägt an ihrem großen Tag meist ein weißes Brautkleid während der Bräutigam in einem eleganten Anzug erscheint. Auch die Hochzeitsgäste tragen in Brasilien stets festliche Kleidung.

    Trauzeugen – an unser Herz!

    Während der Bräutigam mit seinen Trauzeugen am Altar auf die Braut wartet, schreitet diese am Arm ihres Vaters den Mittelgang entlang. Blumenkinder gehen paarweise vor der Braut her und streuen bunte Blütenblätter, um den Weg ins Eheleben zu ebnen. Nach dem Hochzeitskuss umarmt die Braut die Trauzeugen ihres frisch angetrauten Ehemannes, während dieser die Trauzeugen seiner Gattin umarmt. Wenn das Brautpaar aus der Kirche kommt, wird es von den Hochzeitsgästen mit Reis beworfen. 

     

    Das Hochzeitsfest

    Da die Hochzeitsfeierlichkeiten in Brasilien sehr wichtig sind und nicht selten mehr als 300 Gäste geladen sind, werden für Hochzeitsfeiern meist große Lokalitäten gemietet. Für das Hochzeitsessen wird meist ein Catering-Service engagiert, wobei traditionell Truthahn gereicht wird. Live-Musik und geschmackvolle Dekoration bieten den passenden Rahmen für eine wunderschöne brasilianische Hochzeit und professionelle Fotografen sorgen dafür, dass der schönste Tag im Leben des Brautpaares noch lange in Erinnerung bleibt.

    Im Zuge der Feierlichkeiten schneidet das Brautpaar gemeinsam die Hochzeitstorte an, wobei dies immer von unten nach oben geschieht, um zu zeigen, dass es von nun an nur mehr bergauf geht. Nach dem Anschneiden der Hochzeitstorte wirft die Braut ihren Brautstrauß in die Menge der versammelten Jungesellinnen. Die Fängerin des Brautbouquets soll die nächste Braut werden. Da die Hochzeitsfeiern oft bis in die frühen Morgenstunden andauern, begeben sich viele Brautpaare bereits während der Feierlichkeiten auf den Weg in ihre Flitterwochen.

    Poltern bis zum Abwinken

    Wer in Brasilien heiraten will muss zuerst den Junggesellinnenabschied überstehen.
    Während der Bräutigam in Brasilien mit ihren Freunden beim sogenannten „Chá de Bar“ Alkohol in rauen Mengen konsumieren und oftmals auch in Gesellschaft einer Stripperin den Abschied ihres Single-Daseins feiern, entstehen auf den „Chá de Panelas“ also den Junggesellinnenabschieden oftmals viel peinlichere Fotos.

    Brauch ist es, der Braut gut verpackte Geschenke (die meist Haushaltsutensilien enthalten) zu überreichen. Errät die Braut den Inhalt des Geschenks, so darf sie es öffnen, sich ungehindert darüber freuen und das nächste Präsent auspacken. Gelingt es ihr jedoch nicht den Inhalt des Päckchens zu erraten, muss sie einen Schluck Alkohol trinken und ein Kleidungsstück ausziehen.

    Brasilianische Junggesellinnenabschiede enden deshalb allzu oft feucht-fröhlich und mit einer nur mehr spärlich bekleideten Braut. Damit die zukünftige Ehefrau nicht ganz nackt vor ihren johlenden Freundinnen steht, bekommt sie eine Schürze mit der Aufschrift „Gut, dass Du morgen heiratest“.
     

  • Hochzeit in China

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in China

    Die Hochzeit gilt in China bis heute als das wichtigste Ereignis im Leben zweier Liebender. Gleichzeitig ist die Hochzeitsfeier ein wichtiges Statussymbol. Das dazugehörige Motto: Laut, pompös und teuer! So scheuen die Brautleute und deren Familien keinerlei Kosten und Mühen, um eine vollkommene Hochzeit zu organisieren. Dabei vertrauen sie meist auf die Dienste eines Weddingplanners um einen reibungslosen Ablauf der Festivitäten zu garantieren. Aber auch die Gäste lassen sich nicht lumpen und versüssen dem Brautpaar den Einstieg ins Eheleben mit teuren Geschenken und hohen Geldbeträgen. Die Geldgeschenke werden traditionell in rote Briefumschläge (Hóng Baos) verpackt.

     

    Bridal Fashion

    Traditionell ist in China bei Hochzeiten Rot die alles beherrschende Farbe. Demnach trägt die klassische Braut eine rote Hochzeitsrobe mit einem rotem Brautschleier. Und noch etwas ist bei einer chinesischen Braut anders! Zur Demonstration ihres Wohlstands kauft sie mehrere Hochzeitskleider, die sie den Festgästen abwechselnd vorführt.

    Die Hochzeitsfeier

    In China könnte „Feiern, dass die Frösche tanzen“ die Devise sein. Es handelt sich dabei um Knallfrösche, denn ein großes Feuerwerk ist in China traditionelles, unverzichtbares Beiwerk. Schon am frühen Morgen des Hochzeitstages kündigt laute Knallerei das Kommen des Bräutigams und seiner Freunde an. Doch in das Haus der Brauteltern wird der Bräutigam erst nach Zahlen eines Lösegelds eingelassen.

    Die Hochzeitszeremonie verlangt, dass sich das Brautpaar vor einem Altar, der den Vorfahren gewidmet ist, verbeugt und etwas Geld verbrennt. Diese Zeremonie endet damit, dass das Brautpaar den Gästen Tee, Datteln und Lotussamen reicht und dafür rote Glückspakete mit Geldgeschenken erhält. Nach diesem Ritual macht sich das Brautpaar wieder unter Begleitung des Feuerwerks zum Haus des Bräutigams auf, um hier die Teezeremonie zu wiederholen. Höhepunkt des Tages ist ein Riesenfeuerwerk, für das häufig mehrere Monatsgehälter ausgegeben werden.

    Einer Tradition folgend wird die Braut am Hochzeitstag mit einer Sänfte zum Haus des Bräutigams oder dem Ort der Trauung gebracht. Schon auf dem Weg dorthin macht die Hochzeitsgesellschaft möglichst viel Radau und rüttelt an der Sänfte der Braut, um böse Geister zu vertreiben und dem Brautpaar eine glückliche Ehe zu garantieren. Außerdem werden chinesische Hochzeitspaare meist mit rotem Reis und grünen Bohnen beworfen, da dies die Fruchtbarkeit der Braut stärken soll.

    Die Hochzeitsgesellschaft  soll das Brautpaar auf einer chinesischen Hochzeit möglichst viel necken. So ist es Brauch, dass junge Gäste dem Hochzeitspaar ins Schlafgemach folgen und anzügliche Witze machen, oft verstecken sich auch besonders witzige Verwandte unter dem Bett des Paares.

    Hochzeitsessen

    Ein typisches chinesisches Hochzeitsmahl besteht aus zehn bis zwölf Gängen. Da das Hochzeitsessen als Gelegenheit angesehen wird, den Wohlstand der Familie subtil zu signalisieren, ist Haifischflossensuppe eine der bevorzugten Speisen, die pro Gast etwa 100 Euro kostet.

    Da die aufwändig geplante Hochzeit auch gebührend festgehalten werden soll, legen Hochzeitspaare in China besonderen Wert auf die Hochzeitsfotos. Aus diesem Grund werden nicht nur während und nach der Trauung Fotos gemacht, sondern eigene Hochzeitsshootings abgehalten. Brautpaare werden im Zuge dessen an verschiedenen Orten abgelichtet und wechseln zwischendurch auch des öfteren Make-up und Garderobe, um makellose Hochzeitsfotos zu bekommen. Diese mühsam erarbeiteten Hochzeitsfotos werden oft als Schlüsselanhänger, Tassen oder Poster an Verwandte verschenkt.

    Fazit: Wer also eine klassisch chinesische Hochzeit feiern möchte, darf weder Zeit, Geld noch Mühe sparen und sollte nicht vor gespannt lauschenden Verwandten zurückschrecken.

  • Hochzeit in der Türkei

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in der Türkei

    Eine türkische Hochzeit zeigt einen deutlichen Unterschied zu einer traditionellen österreichischen Hochzeit: die Zahl der Gäste!

    Das gesellschaftliche Leben der Türken basiert auf dem Prinzip „Inklusion“. Das heißt zu allen Ereignissen werden alle eingeladen: Familie, Bekannte, Nachbarn und Arbeitskollegen. Die Eingeladenen bringen ihrerseits Gäste mit, alle sind willkommen!

    Das Hochzeitsfest ist ein zentrales soziales Ereignis, das nicht privaten, sondern gesellschaftlichen Charakter hat. Natürlich sprengt so ein Fest hier übliche, gewohnte Rahmen – 500 Hochzeitsgäste oder mehr sind keine Seltenheit.

     

    Hochzeitsriten

    Von der Verlobung bis zur Hochzeitsfeier muss ein striktes Zerimoniell eingehalten werden.

    Beim Bewilligunsbesuch, dem sogenannten Kiz Istemeye, besucht die Familie des Bräutigams die Brautfamilie, wobei Tee und Kuchen gereicht werden und die Zukunft der Kinder eingehend besprochen wird. Das Versprechen (Söz kesme) kommt einem Verlobungsversprechen gleich, hier werden auch Verlobungsringe, die mit einem roten Seidentuch verbunden sind, getauscht. Die Verlobungsfeier (Nisan) wird mit den Familiengemeinschaften gefeiert.

    Polterabend auf orientalisch: Die Hennanacht (Kina Gecesi). Der Braut werden am Abend vor der Hochzeit Hennabemalungen an Handflächen und Fingern angebracht. Traditionell wird an diesem Abend die Braut von der Schwiegermutter mit Goldschmuck beschenkt.

    Die Trauung (Nikah) findet auf dem Standesamt statt. Eine religiöse Feier gibt es nicht.

    Die Hochzeitsfeier (Dügün) beginnt mit einem festlichen Einzug des Brautpaares in den Hochzeitssaal, dann wird ausgelassen getanzt, gesungen und gefeiert.

  • Hochzeit in Grönland

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Grönland

    Etwa 56.000 Menschen leben in Grönland, 88 Prozent davon sind Nachfahren verschiedener Inuitgruppen. Da die Lebensbedingungen in den arktischen Regionen Grönlands äußerst schlecht sind, ist die Lebenserwartung der Inuit entsprechend niedrig. Lebensweise und Kultur wurden über Jahrhunderte hinweg an die eisigen Temperaturen und die geringe Lebenserwartung  angepasst. Aus diesem Grund heiraten Inuit sehr früh, fast noch im Kindesalter. Während die Eltern der Brautleute und der Bräutigam Mitspracherecht am Zustandekommen der Ehe haben, müssen Mädchen die Wahl ihrer Eltern widerstandslos akzeptieren.

     

    Arrangierte Ehe

    Früher wurden Ehen zwischen befreundeten Familien oft beschlossen, bevor die betreffenden Kinder überhaupt geboren waren. War das Brautpaar dann alt genug, um eine Familie zu ernähren, wurde die Trauung vollzogen. Noch in den 1970ern wurden solche Ehearrangements getroffen. Doch die jungen Erwachsenen, für die diese Vereinbarungen damals getroffen wurden, setzen sich heute meist darüber hinweg. Denn auch im kalten Grönland zählen die eigenen Wünsche im 21. Jahrhundert mehr als Verbindungen, die vor über 30 Jahren arrangiert wurden. Außerdem leben auch in Grönland immer mehr Menschen in Partnerschaften ohne zu heiraten.

    Die Hochzeitsfeier

    Anders als in Europa, wo einer Hochzeit meist eine Verlobung und monatelange Planung vorausgehen, ist eine Heirat bei den Inuit kein aufwändig geplantes Fest. Statt eine große Zeremonie abzuhalten, tauscht ein Inuit-Brautpaar oft nur ein Schmuckstück aus, um die Ehe zu besiegeln. Da Hochzeitszeremonien meist spontan stattfinden, gibt es auch keine besondere Kleidung für das Brautpaar. Zweckmäßigkeit zählt in Grönland eben mehr als prunkvolle Hochzeitsdekorationen und dreistöckige Hochzeitstorten.

    Nur noch Wenige halten an der alten Lebensweise und den alten Bräuchen fest. Doch die sehr schlichte und zweckbezogene Hochzeitszeremonie änderte sich auch durch die Christianisierung nur insofern, als Brautpaare nun von christlichen Priestern getraut werden konnten. Durch die Errichtung einer staatlichen Verwaltung wurden Hochzeiten auch bald darauf administrativ erfasst.

    Und wie ist das nun wirklich mit den Küssen?

    Im Gegensatz zu dem gängigen Irrglauben küssen sich Inuit nach der Trauung nicht mit der Nase. Dieser auch in Asien weit verbreitete Riechgruß oder Nasenkuss, dient zwar auch zum Ausdruck von Zärtlichkeit, ist aber nicht mit einem Kuss, wie wir ihn kennen, zu vergleichen. Das Klischee, Inuit würden sich nur mit der Nase küssen, ist völlig unbegründet und geht auf Missionare aus dem 18. Jahrhundert zurück, die diese Geste vermehrt beobachtet haben wollen.

    Der Ehealltag

    Im Allgemeinen bedeutet die Ehe im arktischen Grönland nicht so eine starke Verbindung und Verpflichtung wie bei uns. Erst durch die Geburt eines Kindes wird die Ehe bei den Inuit zur lebenslangen Bindung zweier Menschen. Solange die Ehe kinderlos ist, kommt es nicht selten vor, dass die Ehepartner wieder gewechselt werden. Dies führt dazu, dass einige Inuit erst nach fünf bis zehn Eheschließungen den Partner fürs Leben finden.

    Mitunter kommt es auch vor, dass Ehefrauen unter Freunden getauscht werden. Da dies jedoch nur dann passiert, wenn beide Ehepartner mit dem Partnertausch einverstanden sind, widerspricht es keineswegs den Moralvorstellungen der Inuit. Um die häufigen Partnerwechsel zu vereinfachen, behalten beide Ehepartner nach der Hochzeit ihren Besitz. Auch Polygamie (Vielehe), Polygynie (Vielweiberei) und Polyandrie (Vielmännerei) waren bei den Inuit gestattet und auch sehr verbreitet.

  • Hochzeit in Kenia

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Kenia

    Die Hochzeitsbräuche in Afrika sind stark von den einzelnen Stammesriten geprägt. Bei den in Kenia lebenden Massai wird eine Hochzeit gänzlich anders gefeiert als bei den Swahili.

    Hochzeit à la Massai

    Den Massai ist es gestattet polygam zu leben. Üblicherweise hat ein Massai-Mann eine oder zwei Ehefrauen. Doch auch Männer, die zwischen 5 und 10 Gattinnen haben, sind im fernen Kenia nicht ungewöhnlich. Da sich die gesellschaftliche Stellung eines Mannes aus der Anzahl seiner Ehefrauen und seiner Rinder ergibt, gibt es jedoch auch vereinzelt Männer, die mit bis zu 30 Frauen verheiratet sind.

    Vor der Hochzeit hat der Bräutigam bei den Brauteltern einen sogenannten Brautpreis zu entrichten. Dieser beträgt üblicherweise 23 Kühe und zwei Stiere. Prinzipiell kann der Bräutigam seine Braut selbst wählen, wobei jedoch auch seine sowie die Eltern der Braut über ein Mitspracherecht verfügen.

    Die Braut selbst kann nicht über das Zustandekommen der Ehe bestimmen. Das führt dazu, dass in Kenia sehr oft junge Mädchen mit sehr viel älteren Männern zwangsverheiratet werden.

     

    Der Weg zum Eheglück

    Bevor die Braut sich auf den Weg zu ihrem Bräutigam macht, ist es Brauch, dass ihr Vater ihr zum Segen Kopf und Brust mit Milch bespuckt. Begleitet wird dieses Ritual meist von den Worten „Mögen dir viele Kinder beschert sein.“

    Auf dem Weg zu ihrem Bräutigam darf sich eine Massai-Braut keinesfalls umdrehen, denn sonst, so glaubt man, würde sie auf der Stelle zu Stein erstarren. Damit die junge Frau heil bei ihrem Bräutigam ankommt, werden alle möglichen Hindernisse, wie Steine und Blätter, aus ihrem Weg geräumt. Reicht auch das nicht aus, um ein sicheres Ankommen der jungen Braut zu garantieren, wird sie von den Angehörigen ihres zukünftigen Gatten auf Händen getragen. Danach wird die junge Braut von den weiblichen Angehörigen ihres Bräutigams beschimpft und ihr Kopf mit Kuhdung beschmiert. Erträgt die Braut diese Schikane, so ist sie für die Hürden des Ehelebens bereit.

    Vor der Hütte ihrer Schwiegermutter angekommen, muss sich die Braut nun so lange weigern einzutreten, bis ihr die Gaben der Familie großzügig genug erscheinen. Wie bei den meisten Hochzeiten in Afrika ist es auch bei den Massai üblich, das Hochzeitsfest in prächtigen, bunten Gewändern zu feiern.

    Der Ehealltag

    Nach der Hochzeit lebt die Braut zusammen mit ihren Kindern in einem Haus. Hat ein Mann mehrere Frauen, so hat jede Braut ein eigenes Haus. Abends entscheidet der Ehemann mit welcher seiner Frauen er die Nacht verbringen möchte.

    Bekommt ein Massai von einem gleichaltrigen Massai-Mann Besuch, so kann er ihm anbieten, bei einer seiner Frauen zu nächtigen. Eine Ablehnung dieser Bitte würde als äußerst unhöflich gelten. Die Ehefrauen haben bei dieser Entscheidung kein Mitspracherecht. Da sich Massai-Männer ausdrücklich weigern Kondome zu verwenden, führt dieses Sexualverhalten zu einer auffällig hohen Rate an HIV-Infektionen.

    Hochzeit à la Swahili

    Die in Kenia lebenden Swahili zelebrieren eine Hochzeit auf gänzlich andere Weise.

    Vor der Hochzeitszeremonie gibt es für die Braut eine Art Wellnessprogramm. Zuerst werden der Braut alle Haare vom Kopf abwärts entfernt. Anschließen wird sie mit Kokosnussöl massiert und mit Sandelholz parfümiert. Nachdem ihr zur Feier dieses besonderen Tages Henna-Muster, die als Brautschmuck dienen, auf Arme und Hände gemalt wurden, folgt ein Gespräch mit einer „Somo“.

    Als „Somo“ bezeichnet man eine ältere Frau des gleichen Stammes. Diese soll die junge Braut auf ihre Aufgaben in der Ehe vorbereiten und sie zugleich aufklären. Nicht selten versteckt sich eine besorgte „Somo“ nachts unter dem Ehebett, um sicherzustellen, dass auch nichts schief läuft.

    Fazit: So unterschiedlich Hochzeitsbräuche in Kenia auch sein mögen, ist eine afrikanische Hochzeit immer ein großes Fest, das von beiden Familien gebührend gefeiert wird. Auch wird die durch die Heirat entstandene Verbindung beider Familien in Afrika besonders gefeiert. Bei den Gabra-Nomaden im Norden Kenias etwa, zieht die Familie des Bräutigams mit all ihrem Habe in das Heim der Braut, um dort ein neues zu Hause aufzubauen.

  • Hochzeit in Sri Lanka

    Hochzeit in Sri Lanka

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Sri Lanka

    Die religiöse Hochzeitsfeier in Sri Lanka ist ein Sakrament in Übereinstimmung mit den Veden, den heiligen Schriften des Hinduismus. Es gibt keinen Vertrag, es ist das Feuer, das die Zeremonie bezeugt.

    Die Veden sind in der alten Sanskrit-Sprache abgefasst und die Brahmanen-Priester singen aus ihnen während der Hochzeitsfeier. Zu den Hochzeitsvorbereitungen zählen das Finden des Hochzeitszeitpunkts durch einen Astrologen, die Verlobung und die Zeremonie des Goldschmelzens.

    Der Bräutigam gibt der Familie der Braut eine Goldkette zur rituellen Einschmelzung durch einen Goldschmied, der daraus das Thaali, die Halskette der Braut formt.

    Hochzeitsgeselschaft in Sri Lanka

    Der Hochzeitstag in Sri Lanka

    Der Hochzeitstag selbst beginnt für Braut und Bräutigam mit Fasten. Am Hochzeitstag kommt der Bruder der Braut mit einigen verheirateten Paaren der Verwandtschaft zum Haus des Bräutigams. Er setzt ihm den Turban auf und begleitet ihn zum Hochzeitsaal. Der Bräutigam trägt einen elfenbeinfarbenen oder beigen Sharwani, ein traditionelles Gewand.

    Die Eltern der Braut führen den Bräutigam dann zum Manavarai, einem blumengeschmückten Hochzeitsaltar, wo der Priester schon wartet, um die Zeremonie durchzuführen. Sie werden dabei mit Flöten- und Trommelmusik begleitet.

    Nun betritt die Braut den Raum, geschmückt mit Seide und Blumen im Haar und begleitet von Blumenmädchen.
    Braut mit Blumenmädchen
    Es folgt ein Gebet an die neun Planeten unseres Sonnensystems, dann legt der Vater der Braut ihre Hand in die des Bräutigams. Dabei werden heilige Verse aus den Veden rezitiert. Nun wird das heilige Feuer angezündet und dafür gebetet, dass die Feuergöttin Agni der Heirat beiwohnt. Dann überreicht der Bräutigam der Braut den roten Sari und die goldene Kette und heißt sie in ihrer neuen Familie willkommen.

    Der tradtionelle Hochzeits-Sari ist rot – das bedeutet Fruchtbarkeit – und wird traditionell von der Familie des Bräutigams gekauft.

    Das Brautpaar wird vom Priester gesegnet und von den Älteren begrüßt. Die Braut zieht sich ins Brautzimmer zurück, wo sie sich den Sari anzieht. Sie kehrt dann zum Manavarai-Altar zurück, und legt dem Bräutigam Blumengirlanden um, die ihr Einverständnis symbolisieren.

     

    Die Thaali-Zeremonie

    Krönender Höhepunkt jeder Hochzeit ist die Thaali-Zeremonie. Der Bräutigam legt die goldene Thaali-Kette um den Hals der Braut. Oft ist die Kette aus einem einfachen Faden, der hinten verknotet wird, weil das Geld für eine Goldkette fehlt. Der Bräutigam bindet dann mehrere Knoten im Nacken der Braut. Der erste Knoten steht für den Ehemann, der zweite für ihre Familie, der dritte für die neue Familie, in die sie einheiratet. Mit den Knoten trägt sie symbolisch eine Pflicht mit sich. Dann setzt er der Braut einen roten Punkt aus auf die Stirn. – ein Symbol für eine verheiratete Hindu-Frau.

    Braut und Bräutigam umrunden nun viermal im Uhrzeigersinn das heilige Feuer, um Agni, der Repräsentatin der Götter, ihre Ehrerbietung zu zeigen während der Brahmane Veden rezitiert.

    Danach opfert das Paar Getreide, Honig und Früchte. Der Priester segnet nun das Paar und streut Reis über sie – ein Symbol für Glück, Wohlstand und Fruchtbarkeit. Die Eltern des Bräutigams, der Braut, ihre Verwandten und zum Schluss die Gäste machen dasselbe.

    Danach wird zum Hochzeitsfest ein vegetarisches Essen serviert – im Unterschied zur traditionellen Österreichischen Hochzeit prosten sich die Hochzeitsgäste hier alkoholfrei zu!

  • Hochzeit in Thailand

    Hochzeit in Thailand

    Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Thailand

    Die thailändische Hochzeitszeremonie ist im Grunde nicht religiös, nichts desto trotz ist jedes Hochzeitsfest ein gesellschaftliches Ereignis. Die Entscheidung, das Leben miteinander zu teilen ist auch in Thailand für das Brautpaar ein Meilenstein. Deshalb wird die Zeremonie in einer feierlichen Atmosphäre abgehalten.

    Brautpaar mit Blumenkränzen am Strand

    Sterne und Hochzeit

    Vor allen Planungen werden Astrologen konsultiert, die herausfinden, ob die Sterne des Paares zueinander passen und – falls ja – wann der vielversprechendste Zeitpunkt für die Feier sein wird. Gefeiert wird im eigenen Haus, im Hotel oder in einem gemieteten Saal oder Zelt.

    Das Hochzeitskleid der Braut ist der Schut tai, ein eigens geschneidertes Seidengewand. Der Bräutigam trägt meist einen schlichten Anzug.

    Hochzeitszeremonie

    Die buddhistische Hochzeitszeremonie findet in der Regel morgens statt und beginnt damit, dass die Mönche verköstigt werden und diese daraufhin das Paar segnen. Später tritt das Paar mit einer weißen Blumengirlande, die böse Geister abschrecken soll, vor einen würdigen Alten, der die Ehe endgültig besiegelt. Der Bräutigam steht rechts von der Braut, drei dem Bräutigam auf die Stirn gemalte Punkte gelten als Glücksbringer.

    Thailändische Tänzerinnen
    Zu dem vorhergesagten Zeitpunkt verbindet der ehrwürdige Alte das Brautpaar mit zwei Stoffkränzen und mit geheiligtem Wasser. Die durch ein Band verknüpften Kränze aus weißem Faden sai monkon werden dem Paar auf den Kopf gesetzt. Aus einer Muschel wird dem Brautpaar dann Wasser über die Hände gegossen. Es tropft von den Händen und wird von Schalen mit kunstvoll gesteckten Blumen aufgefangen.

    Darauf segnen die Eltern und alle Hochzeitsgäste das Paar. Die feierliche und glückstrahlende Atmosphäre bei der Hochzeit wird getragen von einer sehr bunt und üppig mit Blumen und herrlich gemusterten Stoffen und Girlanden und Kordeln geschmückten Feststätte und farbenfrohen Garderobe der ganzen Hochzeitsgesellschaft.